Wien verschärft Kontrollen gegen illegalen Vape-Verkauf an Jugendliche

30.04.2026


Die Stadt Wien verschärft ihr Vorgehen gegen den illegalen Verkauf von Vapes, Nikotinbeuteln und anderen Nikotinprodukten an Minderjährige. Nach einer seit Februar laufenden Schwerpunktaktion des Marktamts mit 366 Kontrollen und 170 Anzeigen stellt die Stadt die Strategie nun auf ganzjährige, unangekündigte Überprüfungen um. Damit sollen Verstöße nicht mehr nur punktuell, sondern dauerhaft verfolgt werden.

Auslöser ist ein anhaltender Trend zu bunt gestalteten E‑Zigaretten und Einweggeräten mit hohem Nikotingehalt, die laut Stadt gezielt Kinder und Jugendliche ansprechen – etwa durch auffällige Farben, Figuren, süße Aromen und Lichteffekte. Der Nikotingehalt dieser Produkte kann dem klassischer Zigaretten entsprechen. Beobachtungen vor Schulen und in Parks zeigen demnach, dass bereits sehr junge Teenager solche Geräte konsumieren.

Im Fokus der Kontrollen stehen vor allem Handy-, Call- und Paketshops. Dort werden Vapes nach Angaben der Stadt häufig nicht offen angeboten, sondern auf Nennung eines Codeworts unter dem Ladentisch hervorgeholt. In einem Fall observierten Ermittler in Zivil über drei Wochen hinweg einen Shop, bevor Marktamt, Polizei und Zoll gemeinsam einschritten. Neben Verstößen gegen das Verkaufsverbot von Tabak- und Nikotinprodukten an unter 18‑Jährige wurden auch Übertretungen des Werbeverbots sowie illegale Alkoholverkäufe an Jugendliche dokumentiert.

Um den Druck zu erhöhen, baut Wien parallel die Kooperation mit dem Tabakbüro der AGES aus, um insbesondere Lieferketten und Vertriebswege stärker nachzuverfolgen. Hinweise auf mögliche Gesetzesverstöße nimmt das Marktamt (MA 59) unter der Telefonnummer 01/4000‑8090 entgegen, auch anonym. Bei Verstößen gegen das Tabakgesetz drohen nach Angaben der Stadt Geldstrafen in fünfstelliger Höhe.

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Starke Unternehmenszahlen stützen Wiener Börse vor Fed-Entscheid

30.04.2026


Die Wiener Börse hat sich am Mittwoch klar vom uneinheitlichen europäischen Umfeld abgehoben. Der Leitindex ATX schloss mit einem Plus von 0,94 Prozent bei 5.833,94 Punkten und baute damit die bereits im Frühhandel verzeichneten Gewinne aus. Während an den großen Leitbörsen des Kontinents ein klarer Trend ausblieb, sorgten positive Unternehmensnachrichten in Wien für Kauflaune.

Im Mittelpunkt stand der steirische Anlagenbauer Andritz. Die Aktie zog im Tagesverlauf um rund sieben Prozent an, nachdem das Unternehmen für das erste Quartal steigende Umsätze und Gewinne meldete. Besonders der Auftragseingang erreichte ein Rekordniveau, getrieben von mehreren mittelgroßen Projekten im Geschäftsfeld Wasserkraft. Analysten der Erste Group sprachen von einem insgesamt positiven Zahlenwerk und hoben den starken Auftragseingang als „Highlight“ hervor.

Auch der Immobilienspezialist Warimpex sorgte für freundliche Stimmung. Das Unternehmen reduzierte seinen Verlust im vergangenen Jahr deutlich auf 2,4 Millionen Euro, nach einem Minus von 16,5 Millionen Euro im Jahr davor. Warimpex begründete die Verbesserung mit anziehenden Bürovermietungen und positiven Immobilienbewertungen. Die Aktie legte im Handelsverlauf um gut zwei Prozent zu. Daneben wurden Semperit-Papiere ex-Dividende gehandelt, was das Kursbild in einzelnen Segmenten zusätzlich beeinflusste.

Auf Analystenseite prägten mehrere Einschätzungen das Geschehen. Die Erste Group stufte die Aktien des Kranherstellers Palfinger von „Buy“ auf „Accumulate“ ab und senkte das Kursziel von 43,40 auf 42,00 Euro; die Titel gaben daraufhin nach. Gleichzeitig hob das Institut das Anlagevotum für Frequentis von „Hold“ auf „Accumulate“ an und erhöhte das Kursziel deutlich von 65 auf 85 Euro, woraufhin die Aktie moderat zulegte. Deutsche Bank Research bestätigte unterdessen ihre Verkaufsempfehlung „Sell“ für Verbund und beließ das Kursziel bei 55 Euro, die Papiere des Stromkonzerns notierten dennoch im Plus. Im Hintergrund sorgten die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed, wichtige US-Quartalszahlen sowie steigende Ölpreise angesichts stockender Gespräche zwischen Iran und den USA für eine gewisse Grundzurückhaltung – in Wien überwogen jedoch klar die positiven Impulse aus der Unternehmens- und Analystenebene.