
Die Stadtwerke Lübeck haben ihr erstes eigenes Rechenzentrum offiziell in Betrieb genommen und positionieren sich damit als regionale Alternative zu internationalen Cloud-Anbietern. Unternehmen und öffentliche Einrichtungen aus Lübeck und Umgebung können sensible und geschäftskritische Daten künftig direkt vor Ort speichern und verarbeiten. Nach Angaben des Versorgers sind bereits zum Start ein Großteil, teils rund 80 Prozent, der Serverkapazitäten der ersten Ausbaustufe vergeben. Die nächste Ausbauphase ist bereits beschlossen.
„Das Rechenzentrum ist ein Meilenstein für Lübeck. Wir schaffen eine digitale Infrastruktur, die Sicherheit, Unabhängigkeit und Energieeffizienz vereint – und wir tun das bewusst in kommunaler Verantwortung“, sagte Dr. Jens Meier, CEO der Stadtwerke Lübeck Gruppe. Digitale Daseinsvorsorge sei eine zentrale Aufgabe der Stadtwerke, betonte er. Die Nachfrage spiegele den Trend weg von weit entfernten Cloud-Standorten hin zu regional verankerten Angeboten wider; viele Kunden hatten zuvor Dienste internationaler Anbieter oder Rechenzentren in Hamburg genutzt.
Technisch ist die Anlage auf besonders sensible und geschäftskritische Anwendungen ausgelegt. Alle zentralen Systeme sind mehrfach redundant aufgebaut, um den Betrieb auch bei Störungen sicherzustellen. Eine leistungsfähige Netzanbindung sowie moderne Schutzmechanismen gegen Cyberangriffe sollen die Verfügbarkeit erhöhen und die regionale Datenhoheit absichern. Die Stadtwerke sehen darin einen Standortvorteil für Wirtschaft, Verwaltung und Betreiber kritischer Infrastrukturen in der Region.
Das Betriebskonzept des Rechenzentrums zielt zugleich auf Energieeffizienz. Der Strom stammt vorrangig aus zwei Blockheizkraftwerken mit jeweils 100 Kilowatt elektrischer Leistung im benachbarten Umspannwerk sowie aus einer Photovoltaikanlage auf dem Gebäudedach. Die beim Betrieb der Anlagen entstehende Abwärme wird genutzt, um das entstehende Quartier Geniner Ufer mit Wärme zu versorgen. Überschüssiger Strom aus der Eigenproduktion wird in das öffentliche Netz eingespeist.
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Wohnen in Österreich ist zum Jahresende 2025 erneut teurer geworden. Laut aktuellen Zahlen der Statistik Austria stiegen die durchschnittlichen Wohnkosten für Hauptmietwohnungen im vierten Quartal auf 10,4 Euro pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten. Ein Jahr zuvor hatte der Quadratmeter noch 9,9 Euro gekostet. Damit legten die Wohnkosten binnen zwölf Monaten um 4,6 Prozent zu; gegenüber dem dritten Quartal ergibt sich ein Plus von 1,6 Prozent. Die Marke von zehn Euro pro Quadratmeter wurde damit nicht nur erreicht, sondern übers Jahr 2025 hinweg durchgehend überschritten.
Im Schnitt zahlten Haushalte für eine Hauptmietwohnung im Schlussquartal 2025 monatlich 686,8 Euro. Im vierten Quartal 2024 waren es noch 662,9 Euro. Von den aktuellen Gesamtkosten entfielen 172,5 Euro auf Betriebskosten, das entspricht rund 2,6 Euro pro Quadratmeter. Diese Betriebskosten erhöhten sich gegenüber dem Vorquartal um 1,3 Prozent. Die reinen Mietkosten lagen bei 7,8 Euro pro Quadratmeter. Nach Angaben von Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk bewegen sich die Durchschnittsmieten damit seit Jahresbeginn 2025 konstant im zweistelligen Euro-Bereich, wenn man die Betriebskosten einrechnet.
Die Auswertung basiert auf hochgerechnet rund 1,8 Millionen Hauptmietwohnungen in Österreich. Knapp 40 Prozent davon entfallen auf Genossenschaftswohnungen, rund 15 Prozent auf Gemeindewohnungen. Etwa ein Drittel (31,2 Prozent) der Mietverhältnisse wird auf dem privaten Markt frei vereinbart. 13,4 Prozent der Mieterhaushalte zahlen einen Richtwertmietzins, weitere 1,3 Prozent unterliegen dem sogenannten Kategoriemietzins. Diese Struktur spiegelt sich regional unterschiedlich wider: In Wien ist der Anteil an Richtwertmieten mit 21,0 Prozent am höchsten, gleichzeitig ist hier der Anteil privater Hauptmieten auf dem freien Markt mit 22,0 Prozent am niedrigsten.
In anderen Bundesländern dominieren andere Mietformen. In Vorarlberg, Tirol und Salzburg überwiegen private Mietverträge auf dem freien Markt; Vorarlberg kommt hier auf einen Anteil von 55,4 Prozent, Tirol auf 52,0 Prozent und Salzburg auf 48,0 Prozent. Im Burgenland und in Oberösterreich stellen dagegen Genossenschaftswohnungen die Mehrheit: 70,4 Prozent der Hauptmietwohnungen im Burgenland und 58,5 Prozent in Oberösterreich entfallen auf diese Kategorie. Auch bei den absoluten Kosten zeigen sich Unterschiede: Laut Statistik Austria liegen die Wohnkosten pro Quadratmeter in Salzburg mit 12,2 Euro am höchsten, im Burgenland mit 7,7 Euro am niedrigsten. Insgesamt belegen die Daten, dass die Mietbelastung österreichweit zunimmt – wenn auch auf einem unterschiedlichen Ausgangsniveau je nach Region und Mietform.