Das französische Unternehmen Mistral AI hat die Gewichte seines leistungsstärksten Modells, Mistral Large 4, veröffentlicht. Unter dem Spitznamen „Le Chonk“ ist das Modell nun auf Hugging Face verfügbar, was Nutzern ermöglicht, die KI selbst zu betreiben und weiter zu trainieren. Mit rund einer Billion Parametern, wovon 52 Milliarden pro Anfrage aktiv sind, nutzt das System eine Mixture-of-Experts-Architektur und wurde vollständig auf europäischer Infrastruktur in Frankreich entwickelt.

Das Modell ist vielseitig einsetzbar: Es verarbeitet Text und Bilder, beherrscht über 160 Sprachen und kombiniert Reasoning mit Agenten-Aufgaben. Mistral positioniert Large 4 insbesondere für den Einsatz in der Cybersicherheit und für Programmier-Agenten, etwa zur Behebung von Software-Schwachstellen. Eine spezialisierte Variante für Penetrationstests steht derzeit ausgewählten Partnern wie Orange Cyberdefense zur Verfügung. Die kommerzielle Nutzung ist über eine angepasste MIT-Lizenz geregelt, wobei für den Betrieb als Dienst eine separate Lizenz erforderlich ist.

Im Intelligence Index von Artificial Analysis belegt Mistral Large 4 mit 26 Punkten den achten Platz. Damit ist es das bestplatzierte Open-Weight-Modell, das nicht aus China stammt, und liegt einen Punkt vor dem US-Konkurrenten Muse Spark Open von Meta. Die ersten sieben Plätze werden jedoch von chinesischen Modellen dominiert, angeführt von DeepSeek V4.1 Flash und GLM-5.3 mit jeweils 32 Punkten. Im Vergleich zu geschlossenen Spitzenmodellen wie Claude Opus 5.5 (58 Punkte) bleibt die Lücke weiterhin groß.

Finanziell hat Mistral die Kosten für den API-Zugang deutlich gesenkt. Die Preise liegen nun bei etwa 0,63 Euro pro Million Input-Tokens und 1,89 Euro pro Million Output-Tokens, was einer Reduzierung von rund 50 Prozent gegenüber der Vorschauphase entspricht. In Spezialdisziplinen zeigt das Modell Stärken: Im Coding Agent Index belegt Large 4 unter den offenen Modellen den zweiten Platz, knapp hinter GLM-5.3.