Mehr Kommunikation, gleiche Belastung: Bahn will Baustellen besser planbar machen

14.04.2026


Die Deutsche Bahn steuert im Südwesten Deutschlands auf eine lange Phase permanenter Bautätigkeit zu. In Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland verzeichnet der Konzern in diesem Jahr nach eigenen Angaben mehr als 26.000 Baustellen im Schienennetz – von kleineren Instandhaltungen bis hin zur Sanierung großer Achsen. Mit einer vergleichbaren Größenordnung müssen Fahrgäste und Güterverkehr nach Einschätzung des Unternehmens auch in den kommenden Jahren rechnen.

„Es wäre grundfalsch, den Menschen zu sagen, in sechs Monaten oder in einem Jahr wird es besser“, sagte Ismail Ertug, seit Januar 2026 Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für die drei Bundesländer, der Deutschen Presse-Agentur. Die Versäumnisse der vergangenen Jahre seien zu groß, um kurzfristig für spürbare Entlastung zu sorgen. Man müsse mit einem ganzen Jahrzehnt rechnen, in dem auf der Schiene nahezu durchgängig gebaut werde.

Besonders sensibel ist die Lage, weil sich in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zentrale Knotenpunkte des deutschen Bahnverkehrs befinden. Der Zustand der Infrastruktur liegt dort nach Bahnangaben unter dem Bundesdurchschnitt: 2025 erhielten die Netze die Noten 3,16 in Rheinland-Pfalz, 3,10 im Saarland und 2,90 in Hessen, während der bundesweite Schnitt bei 3,0 lag. Die großflächigen Bauarbeiten sollen diese Rückstände schrittweise abbauen, bedeuten aber zunächst weitere Verzögerungen und umfangreichen Ersatzverkehr.

Für Reisende will die Bahn die Folgen der Baustellen dennoch besser handhabbar machen. Laut Ertug sollen Maßnahmen künftig frühzeitiger und enger abgestimmt werden – sowohl innerhalb des Konzerns als auch mit Verkehrsverbünden und betroffenen Kommunen. Dazu wurden regelmäßige Bauinfo-Termine mit allen Beteiligten etabliert. Ziel ist es, Fahrpläne, Umleitungen und Ersatzverkehre verlässlicher zu organisieren und transparenter zu kommunizieren, während der Sanierungsstau im Netz über Jahre abgearbeitet wird.

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Marinomed sichert sich frisches Kapital und übertrifft eigenes Platzierungsziel

14.04.2026


Die österreichische Marinomed Biotech AG hat ihre angekündigte Barkapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen und damit ihre kurzfristige Finanzierung gesichert. Insgesamt platzierte das in Korneuburg ansässige Unternehmen 159.039 neue Aktien und erzielte einen Bruttoemissionserlös von rund 2,23 Millionen Euro. Das ursprünglich kommunizierte Ziel von mindestens 2 Millionen Euro wurde damit übertroffen.

Von den neuen Papieren wurden 33.322 Aktien im Rahmen eines Bezugsangebots von bestehenden Aktionären über Bezugsrechte gezeichnet. Die nicht bezogenen Aktien platzierte Marinomed anschließend in einer prospektfreien Privatplatzierung bei Investoren zu einem Bezugspreis von 14 Euro je Aktie. Auf diesem Weg konnten weitere 125.717 Aktien am Markt untergebracht werden.

CEO Andreas Grassauer wertete den Platzierungserfolg als Vertrauensbeweis der Investoren. Die Kapitalmaßnahme sichere die finanzielle Grundlage, um die geplanten Meilensteine zu erreichen, und decke den erwarteten Liquiditätsbedarf, sagte er laut Unternehmensmitteilung. Zugleich stärke die zusätzliche Eigenkapitalbasis die Position des Biotech-Unternehmens in den laufenden Verhandlungen zur Vermarktung der Leitprodukte Budesolv und Tacrosolv.

Die neuen Aktien werden unter der bestehenden ISIN ATMARINOMED6 an der Wiener Börse gehandelt. Am Sekundärmarkt reagierte die Aktie positiv auf die Nachrichtenlage: Zum Zeitpunkt der Meldung wurde das Papier auf der Handelsplattform Lang & Schwarz mit einem Plus von 4,62 % bei 13,60 Euro taxiert.