Die Sparbereitschaft in Vorarlberg hat einen historischen Höchststand erreicht, während gleichzeitig die tatsächlichen finanziellen Spielräume der Haushalte schrumpfen. Laut einer aktuellen IMAS-Studie im Auftrag der Erste Bank und Sparkassen halten 88 Prozent der Bewohner das Zurücklegen von Geld für sehr oder ziemlich wichtig. Dies ist der höchste Wert seit dem Jahr 2014, wobei insbesondere die Generation Z eine hohe Spar-Disziplin aufweist. Für 90 Prozent der Befragten dient das Ersparte als Notgroschen, während 80 Prozent auf Absicherung und 76 Prozent auf finanzielle Unabhängigkeit setzen.
Trotz dieses starken Willens zeigt die Realität eine deutliche Lücke zwischen Absicht und Umsetzung. Im Durchschnitt werden monatlich 329 Euro zur Seite gelegt, was einem Rückgang von knapp 19 Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders kritisch ist die Lage für 40 Prozent der Vorarlberger, die angeben, dass am Ende des Monats schlichtweg nichts mehr übrig bleibt. Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen, erklärt, dass die sinkenden Durchschnittsbeträge die aktuellen Herausforderungen vieler Haushalte widerspiegeln.
Die Anlagepräferenzen der Vorarlberger verschieben sich spürbar, wenngleich das klassische Sparbuch mit 77 Prozent weiterhin dominiert. Wertpapiere haben mit 42 Prozent mittlerweile das Bausparen eingeholt, während auch Kryptowährungen und Edelmetalle an Popularität gewinnen. Dennoch halten über die Hälfte der Befragten ihr Geld auf zinsarmen Girokonten. Jäger empfiehlt hier eine Umschichtung, wobei maximal drei Monatsgehälter als liquide Reserve auf dem Konto verbleiben sollten, um eine Balance zwischen Sicherheit und Rendite zu finden.
Ein steigendes Bewusstsein für Finanzthemen zeigt sich auch im Verhalten zum Weltspartag. Für 39 Prozent der Befragten stellt dieser Tag einen konkreten Anlass dar, ihre Bankfiliale zu besuchen, was eine signifikante Steigerung gegenüber den 14 Prozent aus dem Jahr 2019 bedeutet. Insgesamt wird deutlich, dass finanzielle Sicherheit und Unabhängigkeit für die Mehrheit der Bevölkerung zentral sind, auch wenn 36 Prozent ihr Sparen gezielt für eine spätere Immobilienfinanzierung nutzen.


