Das Fintech-Unternehmen Revolut hat die Eintragung seiner österreichischen Niederlassung abgeschlossen und verfolgt damit das Ziel, zur Hauptbank der Österreicher zu werden. Das Angebot soll dabei alle Bereiche von täglichen Ausgaben über das Sparen bis hin zum Investieren abdecken. Das Wachstum im Land ist signifikant: Die Zahl der Kundinnen und Kunden stieg von 250.000 im November 2024 auf mittlerweile über 500.000, was einer Verdoppelung innerhalb von zwei Jahren entspricht.
Der operative Start der lokalen Einheit ist für 2027 geplant, wobei bestehende Nutzer ab dem ersten Halbjahr automatisch in die neue Struktur wechseln sollen. Die wichtigste Änderung ist die Einführung einer österreichischen IBAN, wodurch Gehaltseingänge, Lastschriften und Daueraufträge lokal abgewickelt werden können. Zudem wird Revolut die Kapitalertragsteuer (KESt) für Tagesgeldkonten künftig automatisch abführen, was bisher eine manuelle Angabe im Steuersatz von 25 Prozent erforderte.
Durch die lokale Niederlassung unterliegt das Institut zusätzlich der Aufsicht durch die Finanzmarktaufsicht (FMA) und die Oesterreichische Nationalbank (OeNB). Rechtlich bleibt die Einheit jedoch Teil der Revolut Bank UAB mit Sitz in Litauen, wodurch die litauische Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro pro Person weiterhin gilt. Trotz dieser Schritte bleiben Depots für Aktien und ETFs weiterhin über die Revolut Securities Europe UAB in Vilnius verwaltet und sind somit nicht steuereinfach.
Dieser Schritt ist Teil eines breiteren Trends, bei dem Digitalbanken wie Trade Republic oder Scalable Capital lokale Strukturen schaffen, um steuerliche Hürden abzubauen. Während Trade Republic bereits seit April 2025 die KESt abführt, reagieren auch etablierte Institute wie die Erste Bank mit neuen digitalen Services. Ungeklärt bleibt laut einer Analyse von broker-test.at jedoch, wie viele der 500.000 Konten aktiv genutzt werden und ob litauische IBANs parallel weiterbestehen.


