
Wienerberger hat im Geschäftsjahr 2025 in einem von makroökonomischer Unsicherheit, geopolitischen Spannungen und einer anhaltend schwachen Entwicklung im Wohnbau geprägten Umfeld robuste Zahlen vorgelegt. Der Konzernumsatz erreichte 4,6 Mrd. €, das operative EBITDA belief sich auf 754 Mio. €. Der Nettogewinn stieg auf 168 Mio. € und spiegelt nach Unternehmensangaben striktes Kostenmanagement und Effizienzmaßnahmen wider.
Parallel dazu stärkte der Baustoffkonzern seinen Free Cashflow deutlich auf 474 Mio. € und baute die Nettoverschuldung weiter ab. Das Management verweist auf die Resilienz des Portfolios und eine disziplinierte Umsetzung der Konzernstrategie. Die Zahlen verdeutlichen, dass Wienerberger im belasteten Umfeld der Bauindustrie Spielraum zur Bilanzstärkung geschaffen hat.
Der Konzern sieht die Ergebnisse als Bestätigung eines strategischen Umbaus, der sich über rund ein Jahrzehnt erstreckt. Wienerberger hat sich nach eigener Darstellung von einem klassischen Baustoffhersteller zu einem führenden Anbieter von Lösungen für Infrastruktur und Renovierung entwickelt. Beide Bereiche gelten aus Unternehmenssicht als strukturell wachsende Endmärkte, die weniger stark vom kurzfristigen Zyklus des Neubaus abhängig sind.
Inzwischen stammt mehr als die Hälfte von Umsatz und Ergebnis aus Dachlösungen und Rohrsystemen. Damit rückt Wienerberger Anwendungen in der Energie- und Wasserversorgung sowie in der Renovierung des bestehenden Gebäudebestands ins Zentrum seines Geschäftsmodells. Die Entwicklung unterstreicht die strategische Neupositionierung des Konzerns, der sich in einem schwierigen Marktumfeld breiter aufgestellt sieht als noch vor zehn Jahren.

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) verschärft im Konflikt um die Zukunft der Wahlärzte den Ton gegenüber der Politik. Kammerpräsident Johannes Steinhart sprach von einem „Dauerangriff auf die Wahlärzte“ und wandte sich gegen Überlegungen von Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ), Honorare zu deckeln und Wahlärzte stärker zu Kassenleistungen zu verpflichten. Statt Druck brauche es eine Attraktivierung des Kassensystems, betonte Steinhart bei einer Pressekonferenz in Wien.
Vizepräsident Edgar Wutscher machte deutlich, dass aus Sicht der Ärzteschaft nicht die Wahlärzte für unbesetzte Kassenstellen verantwortlich seien, sondern die mangelnde Attraktivität der Kassenmedizin. Viele Medizinerinnen und Mediziner entschieden sich für das Wahlarztsystem, weil Arbeits- und Rahmenbedingungen im Kassensystem nicht zu ihren Lebensrealitäten passten. Als Beispiel nannte Wutscher die Situation in unterversorgten Regionen, in denen Spitalsärzte zwar zusätzlich tätig sein wollten, von der Sozialversicherung aber keine kassenärztliche Tätigkeit genehmigt bekämen und daher nur als Wahlärzte ordinieren könnten.
Steinhart und Wutscher stellten dem von der Politik diskutierten Instrumentarium von Honorarobergrenzen und Verpflichtungen ein Bündel an Strukturmaßnahmen gegenüber. Kassenpraxen müssten so gestaltet werden, dass sie eine „Magnetwirkung“ für junge Ärztinnen und Ärzte entfalten, forderte Steinhart. Die ÖÄK verweist auf Teilzeitmodelle, flexiblere Öffnungszeiten und „zukunftsorientierte“ Kassenverträge als Hebel, um den öffentlichen Bereich zu stärken, ohne ein funktionierendes Wahlarztsystem einzuschränken.
Scharf kritisierte die Kammer das aus ihrer Sicht zunehmende Element des Zwangs in der Gesundheitspolitik – sowohl gegenüber Wahlärzten als auch gegenüber Medizinabsolventen, etwa bei Überlegungen zu verpflichtenden Arbeitsdiensten. „Wir sind ein freier Beruf“, sagte Steinhart. Patientinnen und Patienten hätten Anspruch darauf, von Ärztinnen und Ärzten behandelt zu werden, die nicht unter ökonomischem Druck oder politischem Zwang stünden. Die Ärzteschaft wiederum habe das Recht, ohne Zwangsverpflichtungen durch die Politik arbeiten zu können. Neben den Wahlarzt-Plänen bezeichnete die ÖÄK auch die verpflichtende Diagnose-Codierung ab Jahresmitte einmal mehr als problematisch.
Unterstützung kam aus der Kurie der niedergelassenen Ärzte. Deren Vizeobfrau Naghme Kamaleyan-Schmied verwies darauf, dass viele Ärztinnen und Ärzte in das Wahlarztsystem wechseln, weil sie dort mehr Zeit für einzelne Patienten aufbringen können als im eng getakteten Kassensystem. Für die Ärztekammer ist klar: „Jeder Kassenarzt mehr ist ein Gewinn für das System – egal ob in Voll- oder Teilzeit“, so Wutscher. Dies sei aber nur über attraktivere Bedingungen im Kassenbereich zu erreichen, nicht über Eingriffe in die Wahlpraxen.