Nestlé und Emmi treiben Ausweitung von KlimaStaR Milch auf gesamte Branche voran

08.10.2026


Das Schweizer Ressourcenprojekt «KlimaStaR Milch» zur klimafreundlicheren Milchproduktion meldet vier Jahre nach dem Start deutliche Fortschritte und übertrifft eines seiner zentralen Zwischenziele bereits vor Ablauf der Frist. Die teilnehmenden Milchbetriebe haben den Einsatz von Futtermitteln, die in direkter Konkurrenz zur menschlichen Ernährung stehen, seit 2022 um rund 23 Prozent gesenkt. Damit ist das bis 2027 anvisierte Reduktionsziel von 20 Prozent in diesem Bereich vorzeitig erreicht.

Getragen wird KlimaStaR Milch von Emmi, Nestlé, dem Milchvermarkter Aaremilch, den Zentralschweizer Milchproduzenten (ZMP) und der Klimaschutzorganisation AgroCleanTech, unterstützt durch das Bundesamt für Landwirtschaft. Das Projekt zielt darauf ab, Treibhausgasemissionen sowie Nahrungsmittel- und Flächenkonkurrenz in der Milchproduktion bis 2027 jeweils um ein Fünftel zu verringern. Ende 2025 beteiligten sich 219 Milchbetriebe mit einer Jahresproduktion von rund 73 Millionen Kilogramm Milch am Programm.

Die Projektpartner verweisen neben der gesunkenen Nahrungsmittelkonkurrenz auch auf Fortschritte bei der Flächennutzung und beim Klimafußabdruck je Produkteinheit. Der Flächenbedarf im Verhältnis zur produzierten Milchmenge nahm um 15 Prozent ab, die Treibhausgasemissionen pro Kilogramm Milch sanken um 8 Prozent. Möglich wird dies vor allem durch eine geringere Kraftfutterintensität sowie den verstärkten Einsatz von Nebenprodukten aus der Lebensmittelherstellung statt von Futtermitteln, die auch zur direkten menschlichen Ernährung verwendet werden könnten. Insgesamt stiegen die absoluten Emissionen jedoch leicht, weil die teilnehmenden Betriebe mehr Milch produzierten.

Nach der positiven Zwischenbilanz bereiten die Partner eine Ausweitung des Ansatzes auf die gesamte Schweizer Milchbranche vor. Ein auf Basis des Projekts entwickelter Klimarechner steht seit Juli allen Milchproduzenten offen. Mit diesem Instrument können Betriebe ihre betriebsspezifischen Emissionen ermitteln und gezielt Ansatzpunkte für weitere Verbesserungen identifizieren. Aus Sicht der Initianten schafft dies die Grundlage dafür, die erreichten Effizienzgewinne und Ressourceneinsparungen über das Pilotkollektiv hinaus in der gesamten Wertschöpfungskette der Schweizer Milch zu verankern.

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Kunasek lobt ÖVP-Koalition, Kickl attackiert SPÖ beim FPÖ-Frühschoppen in Hartberg

08.10.2026


Die steirische FPÖ hat ihren traditionellen Frühschoppen beim Hartberger Oktoberfest erneut für eine machtbewusste politische Inszenierung genutzt. Vor rund 3.500 Besucherinnen und Besuchern im vollen Festzelt trat zuerst die Landesführung um Landeshauptmann Mario Kunasek auf, ehe Bundesparteichef Herbert Kickl als Hauptredner die Bühne übernahm. Begleitet von österreichischen Fahnen, „Herbert“-Sprechchören und Schlagern wie Tina Turners „The Best“ präsentierten sich die Freiheitlichen als geschlossene Kraft mit bundespolitischem Anspruch.

Kunasek, der sich nach zuletzt guten Umfragewerten demonstrativ gelöst gab, lobte die Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner ÖVP in der Steiermark. Man streite nicht, sondern es gebe „Arbeit, Arbeit, Arbeit und es funktioniert“, sagte der Landeshauptmann und verwies darauf, dass die „heilige Ordnung“ nach der Landtagswahl 2024 nicht mehr gegolten habe. Zugleich zeichnete er ein scharfes Bild in der Migrations- und Integrationspolitik, warnte vor einer Gefahr durch den „politischen Islam“ und erklärte, für Menschen, die mit „unseren Werten“ ein Problem hätten, müsse es heißen: „Ab, gute Reise.“ Sein Ziel formulierte er klar: Man könne nicht nur den Landeshauptmann stellen, sondern „Österreich auf Vordermann bringen“.

Kickl knüpfte an diese Steilvorlage an und nutzte den Auftritt, um sowohl die eigene Anhängerschaft zu mobilisieren als auch die Konkurrenz frontal anzugreifen. Die „wirkliche Volkspartei“ sei im Zelt versammelt, erklärte er und spielte sich gleichzeitig als von Gegnern unterschätzter, aber entschlossener Politiker in Szene. Er verwies darauf, dass er vielfach als „gefährlichster Politiker“ bezeichnet werde, stellte jedoch klar, gefährlich sei er aus seiner Sicht nicht für „meine Landsleute“, sondern für jene, „die unseren Wohlstand verludern und unsere Heimat stehlen“. Inhaltlich bekräftigte er dabei einmal mehr den Begriff „Remigration“ als eine seiner Visionen für ein künftiges Österreich.

Breiten Raum nahm in Kickls Rede die aktuelle Krise der SPÖ ein, die er als Chance für seine Partei deutete. Die Sozialdemokratie bezeichnete er polemisch als „Selbsthilfegruppe namens Soziademokratie“ und kommentierte die Diskussion um die Nachfolge von Bundesparteichef Andreas Babler mit der Ansage „game over, das Spiel ist vorbei“. Innerhalb der SPÖ würden „Kommunisten mit Kapitalisten streiten, wer die besseren Sozialisten sind“, sagte Kickl mit Blick auf innerparteiliche Flügelkonflikte und Ambitionen potenzieller Kandidaten. Für die kommende Nationalratswahl, die er als „Schicksalswahl“ charakterisierte, gab er sich siegessicher: Wenn sich die Freiheitlichen nicht „auseinanderdividieren lassen“, werde am Ende ein „Volkskanzler“ stehen. Neuwahlen könnten seiner Einschätzung nach „jederzeit daherkommen“, die steirische FPÖ um Kunasek präsentierte er als Vorbild für die Partei in anderen Bundesländern.