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Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) hat für das Geschäftsjahr 2025 einen operativen Gewinn von 84 Millionen Euro erzielt, was einer Steigerung von 11 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Umsatz stieg um drei Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro, ebenso wie die Zahl der beförderten Fluggäste. AUA-Chefin Annette Mann zeigte sich mit dem soliden Ergebnis, das einer Marge von 3,2 Prozent entspricht, dennoch nicht zufrieden. Sie verwies darauf, dass die Airline damit etwa 50 Prozent unter dem Durchschnitt europäischer Wettbewerber liege.
Die Luftfahrtbranche befindet sich laut Mann in einer geopolitisch anspruchsvollen Zeit. Die Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten machen Prognosen für das laufende Jahr 2026 schwierig. Die AUA hat im Auftrag des österreichischen Außenministeriums bereits 400 Österreicher aus der Krisenregion mittels Sonderflügen repatriiert. Etwa 200 weitere Passagiere befinden sich noch in Dubai, wo die Flüge der AUA vorerst bis zum 10. März ausgesetzt sind.
Trotz der Krise verzeichnet die AUA eine steigende Nachfrage auf bestimmten Strecken. Da arabische Fluggesellschaften ausfallen, hat die Airline die Flugfrequenzen von Wien nach Bangkok erhöht, da Urlauber nicht mehr in den Golfstaaten umsteigen können. Die Flüge nach Asien bleiben im Programm und werden nördlich über Aserbaidschan oder südlich über Saudi-Arabien umgeleitet, um den Krisenherd zu umfliegen.
Wirtschaftlich spürbar sind auch Turbulenzen an den Rohstoffmärkten. Die Preise für die Raffinierung von Rohöl zu Kerosin haben sich kurzfristig vervierfacht. Die AUA ist im Verbund mit der Lufthansa-Gruppe jedoch zu 80 Prozent gegen steigende Rohölpreise für das Jahr 2026 abgesichert. Ob sich höhere Kerosinkosten in Ticketpreisen niederschlagen, hänge von der Nachfrage ab. Für das laufende Jahr kündigte CEO Mann trotz der Herausforderungen durch den Iran-Krieg eine deutliche Ergebnisverbesserung an. Zudem plant die Airline für 2027, ihr 70. Gründungsjahr, die Vorstellung neuer Uniformen.

Im parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Causa des verstorbenen früheren Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek rücken heimliche Aufzeichnungen und der Umgang mit digitalen Spuren zunehmend ins Zentrum. Am achten Ausschusstag standen der Investigativjournalist Michael Nikbakhsh und der Unternehmer Christian Mattura im Fokus – zwei Akteure, die vertrauliche Gespräche mitschneiden, ohne ihre Gegenüber zu informieren. Parallel vertiefen die Abgeordneten ihre Fragen zu Logfiles, Löschvorgängen und der ungewöhnlichen Wanderung von Datenträgern aus Pilnaceks Umfeld.
Bereits am Vortag hatten eine Einsatzleiterin am Fundort der Leiche sowie ein IT-Techniker aus dem Justizministerium ausgesagt. Der Techniker berichtete von zahlreichen unterschiedlichen Zugriffen und Löschungen auf Pilnaceks USB-Sticks, externen Datenträgern, seinem Laptop und seiner Smartwatch; eine große Menge an Daten sei abgezogen worden. Laut der grünen Fraktionsvorsitzenden Nina Tomaselli wurden in den Logfiles mehrere Änderungen und Einsichten durch verschiedene Polizeibedienstete festgestellt. Die Grünen kündigten einen Antrag auf Rüge des Justizministeriums an und gehen dabei von fraktionsübergreifender Zustimmung aus.
Nikbakhsh, der in seinem Podcast „Die Dunkelkammer“ die „wundersamen Wege“ von Pilnaceks Daten nachzeichnet, musste im Ausschuss auch zu einem Treffen in seinem „Kellerbüro“ Stellung nehmen. Am 9. Dezember 2023, rund eineinhalb Monate nach Pilnaceks Tod, trafen sich dort Pilnaceks Vertraute Karin Wurm, deren Mitbewohnerin Anna P., der Lobbyist Peter Hochegger und Unternehmer Christian Mattura. Mattura hatte das dreistündige Treffen initiiert. Hocheggers Erscheinen sei von einem mittlerweile verstorbenen deutschen Unternehmer veranlasst worden, der als eine Art väterlicher Freund Pilnaceks galt; Nikbakhsh sprach von eigener Überraschung über dessen Teilnahme. Zu dessen Rolle könne er wenig sagen, betonte aber, dass dieser Zweifel an einem Suizid Pilnaceks gehabt habe – Zweifel, die Nikbakhsh selbst weiterhin äußert.
Besondere Aufmerksamkeit gilt den Aussagen von Anna P., einer langjährigen Mitarbeiterin von Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, die im Ausschuss frühere Schilderungen aus dem „Kellerbüro“ abschwächte. Dort soll sie laut Nikbakhsh bereits 18 Minuten nach Beginn des Gesprächs berichtet haben, Bundespolizeidirektor Michael Takacs habe ihr geraten, Pilnaceks Laptop verschwinden zu lassen. Alkohol sei zu diesem Zeitpunkt nicht im Spiel gewesen, der Abend sei keineswegs „abstrus“ verlaufen, wie P. später im Ausschuss dargestellt habe. Parallel zeichnet der zweite Zeuge des Tages, Unternehmer Mattura, ein weiteres Bild der Causa: Er schilderte, wie er am 28. Juli 2023 in Pilnaceks Lieblingsitaliener in der Wiener Innenstadt ein Gespräch mit Pilnacek und dem gemeinsamen Freund Wolfgang Rauball heimlich mit seinem Smartphone aufnahm, nachdem sich Pilnacek über Druck aus der ÖVP in Rage geredet habe.
Monate später sei aus Matturas Sicht eine rote Linie überschritten worden, als Ex-Kanzler Sebastian Kurz öffentlich erklärte, die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) habe Pilnacek „aufgesessen“ beziehungsweise Jagd auf ihn gemacht. Diese Darstellung habe in krassem Widerspruch zu Pilnaceks Ausführungen beim Italiener gestanden, so Mattura. Er und Rauball hätten sich daraufhin entschlossen, die Aufnahme Medien zugänglich zu machen; Kurz’ Aussagen bezeichnete er als „Schweinerei“. Damit rückt der Ausschuss nicht nur die technischen Spuren von Logfiles, gelöschten Daten und wandernden Geräten in den Mittelpunkt, sondern auch die politische Sprengkraft vertraulicher Gespräche, die erst im Nachhinein und unter geänderten Rahmenbedingungen öffentlich werden.