
Die deutschen Industrieunternehmen haben zu Beginn des Jahres einen deutlichen Rückgang bei den Auftragseingängen verzeichnet. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, fiel der Auftragseingang im Januar im Monatsvergleich saison- und kalenderbereinigt um 11,1 Prozent. Diese Entwicklung übertraf die Erwartungen der Analysten deutlich, die im Schnitt nur einen Rückgang um 4,3 Prozent prognostiziert hatten.
Zudem revidierte das Bundesamt die Daten für den Vormonat Dezember nach unten. Der zuvor gemeldete Anstieg des Auftragseingangs um 7,8 Prozent wurde auf nur noch 6,4 Prozent korrigiert. Im Jahresvergleich stieg der Auftragseingang im Januar um 3,7 Prozent, was jedoch ebenfalls unter den Erwartungen der Analysten lag, die einen deutlich stärkeren Zuwachs erwartet hatten.
Die enttäuschenden Konjunkturdaten aus Deutschland haben auch Auswirkungen auf die Finanzmärkte gezeigt. Enttäuschende Auftragseingangs- und Produktionsdaten in der größten Volkswirtschaft der Eurozone belasteten die europäische Gemeinschaftswährung. Die Entwicklung unterstreicht die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen die deutsche Industrie steht.
Die unerwartet schwache Entwicklung bei den Industrieaufträgen deutet auf eine anhaltende Verunsicherung in der deutschen Wirtschaft hin. Analysten wurden von der Stärke des Auftragsdämpfers überrascht, was Fragen nach der weiteren konjunkturellen Entwicklung aufwirft. Die revidierten Dezemberdaten und der schwache Januar-Auftragseingang lassen auf eine volatilere Phase für die deutsche Industrie schließen, deren Auswirkungen auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum noch zu beobachten sein werden.

Österreichs Arbeitsmarkt hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten grundlegend verändert. Laut neuen Daten der Statistik Austria stieg die Zahl der Erwerbstätigen seit 2005 um rund 752.600 Personen beziehungsweise gut 20 Prozent auf im Schnitt 4,5 Millionen im Jahr 2025. Damit wuchs die Beschäftigung deutlich stärker als die Bevölkerung, die im selben Zeitraum nur um 11,5 Prozent zunahm. Gleichzeitig legte das gesamte Arbeitsvolumen – die Summe aller tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden – lediglich um 2,1 Prozent auf 6,89 Milliarden Stunden zu. Die Wirtschaft setzt damit zunehmend auf mehr Köpfe bei nahezu gleichbleibender Stundenzahl.
Treiber dieser Entwicklung sind vor allem drei Gruppen: Frauen, ältere Menschen und Personen ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Die Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk verwies bei der Präsentation der Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung in Wien darauf, dass deren Erwerbsbeteiligung seit 2005 besonders stark gestiegen ist. Die Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen hat sich mehr als verdoppelt, ebenso der Anteil von Menschen ohne österreichischen Pass an allen Erwerbstätigen. Bei Frauen kletterte die Erwerbstätigenquote im Vorjahr auf 71 Prozent, ein Plus von 9,9 Prozentpunkten gegenüber 2005.
Dabei verschiebt sich der Fokus des Arbeitsmarktes weiter hin zu Dienstleistungen. Arbeitete 2005 noch gut zwei Drittel (67,2 Prozent) der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor, waren es 2025 bereits 73,1 Prozent. Besonders kräftig wuchsen Gesundheits- und Sozialwesen, deren Beschäftigungsanteil zwischen 2010 und 2025 von 9,7 auf 11,4 Prozent stieg, sowie Bildung, freiberufliche Dienstleistungen und der Bereich IT und Kommunikation. Der Handel bleibt größter Einzelbereich, verlor aber an Gewicht: Sein Anteil sank von 15,2 Prozent im Jahr 2010 auf 13,6 Prozent 2025. Im Finanz- und Versicherungssektor verringerte sich der Beschäftigungsanteil im selben Zeitraum von 3,6 auf 3,2 Prozent, während in der Industrie zwar die Produktivität zunahm, die Zahl der Beschäftigten aber nur langsam wuchs.
Parallel dazu nimmt Teilzeitarbeit stark zu und prägt zunehmend die Struktur des Arbeitsmarktes. Österreich liegt im EU-Vergleich bei der Teilzeitquote auf Rang zwei. 2025 arbeiteten 49,8 Prozent aller erwerbstätigen Frauen in Teilzeit, nach 39,5 Prozent im Jahr 2005. Bei Männern hat sich die Teilzeitquote mehr als verdoppelt und liegt nun bei 14 Prozent. Nach Einschätzung der Statistik Austria ist der nur geringe Anstieg der gesamt geleisteten Arbeitsstunden vor allem auf die Ausweitung von Teilzeitmodellen sowie einen deutlichen Rückgang von Über- und Mehrstunden zurückzuführen. Dazu beigetragen haben unter anderem das seit 2004 bestehende Recht auf Elternteilzeit, begrenzte Kinderbetreuungsangebote, veränderte Präferenzen der Beschäftigten und der generelle Trend hin zu flexibleren Arbeitszeiten.