Offizielle Stellungnahme der Jingye Steel Co., Ltd.

21.07.2026

SHIJIAZHUANG, China, 21. Juli 2026 /PRNewswire/ -- Im Zusammenhang mit der von der britischen Regierung angeordneten Verstaatlichung von British Steel Limited („British Steel"), einer Tochtergesellschaft der Jingye Steel Co., Ltd. („Jingye"), gibt Jingye hiermit folgende offizielle Stellungnahme ab:

I. Ich. Jingyes bedeutender Beitrag zu British Steel und zur britischen Stahlindustrie

Im Jahr 2020, als British Steel kurz vor der Insolvenz stand, sprang Jingye ein und übernahm das Unternehmen auf rechtmäßigem Wege, wodurch einer der traditionsreichsten Stahlhersteller Großbritanniens vor dem drohenden Zusammenbruch gerettet wurde. Innerhalb eines Jahres nach der Übernahme gelang es Jingye, British Steel durch interne Reformen und betriebliche Optimierungen wieder in die Gewinnzone zu führen.

In den folgenden fünf Jahren investierte Jingye weiterhin erhebliche Mittel in die Modernisierung der Anlagen, den technologischen Fortschritt und die Stärkung der betrieblichen Kapazitäten von British Steel. Jingye kam seinen steuerlichen Verpflichtungen in vollem Umfang nach, schuf Zehntausende von Arbeitsplätzen in der lokalen Wirtschaft, unterstützte die lokalen Gemeinden und trug zur Entwicklung der gesamten industriellen Lieferkette bei.

Inmitten einer Reihe beispielloser Herausforderungen, darunter die COVID-19-Pandemie, der Brexit, der Russland-Ukraine-Konflikt und die stark steigende Inflation, ist Jingye seinen Verpflichtungen konsequent nachgekommen, hat lebenswichtige Hilfsgüter gespendet und seinen Mitarbeitern in schwierigen Zeiten zur Seite gestanden. Dabei hat das Unternehmen einen stabilen Betrieb aufrechterhalten, um sicherzustellen, dass die Löhne vollständig und pünktlich ausgezahlt wurden – ohne eine einzige Zwangsentlassung und ohne eine einzige versäumte Lohnzahlung. Jingye hält, was es verspricht.

Durch sein konkretes Handeln hat Jingye einen wesentlichen Beitrag zum Fortbestand und zur weiteren Entwicklung von British Steel sowie zur Wiederbelebung der britischen Stahlindustrie geleistet.

II. Überblick über die Ereignisse im Zusammenhang mit British Steel

Im September 2021 nahm Jingye als Reaktion auf die strategische Vorgabe der britischen Regierung, wonach Stahlhersteller, die Eisenerz als Rohstoff verwenden, bis 2035 Netto-Null-Emissionen erreichen müssen, mehrere Verhandlungsrunden mit der Regierung über eine gemeinsame Investition in die Umstrukturierung von British Steel auf. Die britische Regierung erhob zwar keine Einwände gegen den von Jingye vorgelegten Umstrukturierungsplan, weigerte sich jedoch konsequent, ihrer Verpflichtung zur Koinvestition nachzukommen.

Doch gerade als Jingye damit begann, die Umstrukturierung gemäß dem festgelegten Plan umzusetzen, änderte die britische Regierung plötzlich ihren Kurs. Am 12. April 2025 verabschiedete das Parlament innerhalb von nur sechs Stunden das Gesetz über die Stahlindustrie (Sondermaßnahmen) von 2025 und übernahm die Kontrolle über British Steel. Jingye wurden dadurch als Aktionär von alle mit seiner Beteiligung verbundenen Kontroll-, Verwaltungs- und wirtschaftlichen Rechte entzogen.

Nach der Übernahme nahm Jingye aktiv Kontakt zur britischen Regierung auf, um eine Entschädigung zu erwirken. Die britische Regierung weigerte sich dennoch, eine angemessene Entschädigung zu zahlen, mit der Begründung, British Steel habe „keinen Wert". Am 16. Juli 2026, nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Verstaatlichung der Stahlindustrie von 2026, teilte die britische Regierung Jingye offiziell schriftlich mit, dass British Steel in staatlichen Besitz übergegangen sei.

Laut einem Bericht des National Audit Office (NAO) hatte die britische Regierung bis Ende Januar 2026 bereits 377 Millionen Pfund für ihre Intervention bei British Steel ausgegeben. Es wurde erwartet, dass dieser Wert bis Ende Juni 2026 die Marke von 600 Millionen Pfund überschreiten würde und bis 2028 sogar 1,5 Milliarden Pfund übersteigen könnte.

III. Jingye behält sich alle gesetzlichen Rechte vor, wird seine rechtmäßigen Rechte und Interessen entschlossen verteidigen und mit allen verfügbaren rechtlichen Mitteln eine vollständige Entschädigung einfordern.

Die Rechtsstaatlichkeit darf nicht verletzt und die Unantastbarkeit vertraglicher Verpflichtungen darf nicht untergraben werden. Jingye gibt hiermit folgende offizielle Erklärung gegenüber der britischen Regierung ab:

1. Die Anwendung innerstaatlicher Rechtsvorschriften zur Außerkraftsetzung oder Umgehung internationaler Investitionsvorschriften ist unverzüglich einzustellen, und es ist eine unverzügliche, angemessene und wirksame Entschädigung für alle Verluste zu leisten, die Jingye im Zusammenhang mit seiner Investition erlitten hat.

2. Jedes Detail der Investitionen von Jingye wird sorgfältig dokumentiert und ist vollständig nachvollziehbar. Jingye wird die vollständige Einziehung aller ihm rechtmäßig zustehenden Beträge ohne Zugeständnisse verfolgen. Jingye hat bereits Konsultationsverfahren gemäß dem geltenden bilateralen Investitionsabkommen eingeleitet und behält sich ausdrücklich alle ihr zustehenden Rechtsansprüche und Rechtsmittel vor, einschließlich des Rechts, unter ein internationales Schiedsverfahren einzuleiten. Jingye wird bei der Verteidigung seiner rechtmäßigen Rechte und Interessen keine Kompromisse eingehen.

3. Jingye wird rechtliche Schritte einleiten, um die zuständigen Regierungsbeamten und Mitglieder der Geschäftsführung von British Steel für die übereilte Übernahme von British Steel rechtlich zur Verantwortung zu ziehen, die ohne jegliche Vorbereitung und ohne Betriebsplan durchgeführt wurde und zu erheblichen Verlusten für die öffentlichen Finanzen sowie zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen des Unternehmensbetriebs geführt hat.

Jingye Steel Co., Ltd.

21. Juli 2026

(Anmerkung: Im Falle von Abweichungen oder Unstimmigkeiten zwischen dem chinesischen Originaltext und dieser englischen Übersetzung ist der chinesische Originaltext maßgebend.)

Cision View original content:https://www.prnewswire.com/news-releases/offizielle-stellungnahme-der-jingye-steel-co-ltd-302831056.html

Other news

Weitere Betrugsvorwürfe gegen René Benko im Signa-Komplex

15.06.2026

Im Insolvenzkomplex rund um den einstigen Signa-Konzern steht Firmengründer René Benko vor einem weiteren Strafverfahren. Die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat beim Landesgericht Innsbruck erneut Anklage wegen schweren Betrugs und Schädigung von Gläubigerinteressen (betrügerischer Krida) eingebracht. Der 49‑jährige Investor befindet sich seit Januar 2025 in Untersuchungshaft. Die neue Anklage ist nicht rechtskräftig, es gilt die Unschuldsvermutung, Benko bestreitet sämtliche Vorwürfe.

Kern des aktuellen Verfahrens ist eine Garantieerklärung gegenüber einem Investor beziehungsweise den Vertretern einer Privatstiftung, hinter der nach Medienangaben der frühere Strabag‑Chef Hans-Peter Haselsteiner stehen dürfte. Nach Darstellung der WKStA soll Benko eine „wahrheitswidrige Garantie“ abgegeben und die Stiftung dadurch um rund fünf Millionen Euro geschädigt haben. Konkret sollen die vertretungsbefugten Organe der Stiftung durch die Erklärung dazu veranlasst worden sein, etwa 3,3 Millionen Euro an die Signa Holding zu überweisen und auf die Rückforderung weiterer rund 1,7 Millionen Euro zu verzichten.

Der Garantie zufolge sei der Privatstiftung eine Zahlung von in Summe rund fünf Millionen Euro bis spätestens 30. Juni 2024 zugesichert worden. Diese Rückzahlung sei jedoch ausgeblieben, so die Anklagebehörde. Dadurch soll die Stiftung in Millionenhöhe geschädigt und im Gegenzug die Signa Holding sowie eine weitere Gesellschaft unrechtmäßig bereichert worden sein. Neben dieser angeblichen Falschgarantie wirft die WKStA Benko vor, im Zuge der Signa-Insolvenz sowie seiner persönlichen Insolvenz ein Jagdgewehr im Wert von rund 80.000 Euro vor den Gläubigern verborgen zu haben und damit deren Befriedigung vereitelt zu haben.

Benko war über zwei Jahrzehnte eine der prominentesten Unternehmerfiguren im deutschsprachigen Raum. Mit einem dicht verschachtelten Geflecht aus Immobilien- und Handelsbeteiligungen baute er das Signa-Imperium auf, zu dem zeitweise auch die deutschen Warenhausketten Karstadt und Kaufhof gehörten. Steigende Zinsen, höhere Baukosten und aggressive Zukäufe trugen letztlich zur Insolvenz des Konzerns bei. Im weitläufigen Signa-Komplex wird der ehemalige Milliardär von der WKStA unter anderem wegen Betrugs, Untreue und Bankrotts verdächtigt; weitere Anklagen hält die Behörde für möglich.

Der Investor ist bereits in zwei ähnlichen Verfahren verurteilt worden, beide Urteile sind jedoch noch nicht rechtskräftig. Im Oktober 2025 verhängte ein Gericht eine zweijährige Haftstrafe, im Dezember desselben Jahres folgte wegen Schädigung von Gläubigern eine weitere Verurteilung zu 15 Monaten auf Bewährung sowie eine Geldstrafe. Parallel dazu laufen mehrere Ermittlungsstränge, die auch andere frühere Führungskräfte aus dem Signa-Umfeld betreffen. Die jetzige Anklage erhöht den juristischen Druck auf Benko weiter und dürfte die Aufarbeitung einer der spektakulärsten Unternehmenspleiten im deutschsprachigen Raum zusätzlich in die Länge ziehen.