Nachhaltige Stromversorgung ohne Umrüstung des bestehenden Backup-Systems

21.09.2026

SCHWABMÜNCHEN, Deutschland, 21. September 2026 /PRNewswire/ -- CNTE hat ein 700-kW/1.624-kWh-Batterie-Energiespeichersystem in einer Industrieanlage in Schwabmünchen, Deutschland, installiert und dabei die bereits vorhandene 440-kWp-Photovoltaikanlage, den 500-kW-Dieselgenerator sowie den Netzanschluss zu einem koordinierten Hybrid-Energiesystem integriert.

Factory, Peak-valley arbitrage (PV+BESS+Diesel), Germany

Das Projekt war darauf ausgerichtet, mehrere praktische Herausforderungen im Werk zu lösen, darunter die unzureichende Nutzung überschüssiger Solarstromproduktion, der ineffiziente Dieselbetrieb bei geringer Last, hohe Kraftstoff- und Wartungskosten sowie die Notwendigkeit, die Stromversorgung für die Produktion aufrechtzuerhalten.

CNTE installierte sieben flüssigkeitsgekühlte Energiespeichereinheiten vom Typ STAR-H (100 kW/232 kWh), die über das Energy Management System (EMS) gesteuert werden. Das EMS koordiniert die Stromerzeugung aus Photovoltaik, die Speicherung in Batterien, den Netzstrom und die Stromerzeugung aus Diesel entsprechend dem Bedarf am Standort und ermöglicht es dem Werk so, seine vorhandenen Energieanlagen effizienter zu nutzen.

Einer der wichtigsten Vorteile ist der verbesserte Eigenverbrauch von Solarstrom. Anstatt überschüssigen Solarstrom ungenutzt zu lassen, speichert die Batterie die Energie für Zeiten mit steigendem Bedarf und trägt so dazu bei, den Strombezug aus dem Netz zu reduzieren. Basierend auf den Projektannahmen könnte das System potenzielle zusätzliche Energiekosteneinsparungen in Höhe von rund 27.000 € erzielen sowie eine jährliche Solarstromerzeugung von rund 449 MWh.

Das Batteriesystem verringert zudem die Abhängigkeit von Dieselgeneratoren bei Stromausfällen. In einem repräsentativen Szenario mit einem zweistündigen Stromausfall geht das Projekt davon aus, dass durch die Speicherung etwa 254 Liter Diesel eingespart werden könnten, was Kraftstoffkosten in Höhe von rund 570 € entspricht. Über die direkten Kosteneinsparungen hinaus trägt das Projekt zu den übergeordneten Nachhaltigkeitszielen des Werks bei, indem es den Einsatz erneuerbarer Energien erhöht und den unnötigen Dieselverbrauch senkt.

Das Projekt in Schwabmünchen liefert zudem ein praxisnahes Beispiel für Industrieanlagen, die bereits Solaranlagen und Notstromaggregate betreiben. Durch den Einsatz von Batteriespeichern und einem intelligenten Energiemanagement kann die bestehende Infrastruktur einen höheren wirtschaftlichen Nutzen, eine verbesserte Energieversorgungssicherheit und eine geringere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bieten, ohne dass eine vollständige Neugestaltung des Stromversorgungssystems des Standorts erforderlich ist.

Informationen zu CNTE

CNTE ist ein globaler Anbieter von Energiespeicherlösungen, an dem CATL beteiligt ist. Das Unternehmen bietet Lösungen für Anwendungen im Versorgungsbereich sowie für Gewerbe und Industrie und Privathaushalte weltweit. CNTE verbindet Forschung und Entwicklung, intelligente Fertigung und vor Ort erbrachte Dienstleistungen, um eine effizientere, widerstandsfähigere und CO₂-ärmere Energienutzung zu fördern.

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Wie ein verstorbener Sektionschef zum Politikum im U-Ausschuss wurde

08.10.2026

Ein umfangreicher Auswertungsbericht der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) zu digitalen Daten des verstorbenen Justiz-Spitzenbeamten Christian Pilnacek sorgt für neuen politischen und justizinternen Sprengstoff. Chatprotokolle, E-Mails und weitere Unterlagen zeichnen ein Bild tiefgreifender Konflikte innerhalb der Justiz – insbesondere zwischen der WKStA und Teilen der vorgesetzten Behörden. Parallel dazu bereitet ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss die Befragung von Schlüsselpersonen vor, um mögliche politische Einflussnahmen auf Ermittlungen rund um Pilnacek und dessen Tod zu beleuchten.

Aus der von der WKStA erstellten Expertise zu Pilnaceks Kommunikationsdaten geht hervor, wie der langjährige Leiter der für Strafrecht zuständigen Sektion im Justizministerium über Jahre hinweg gegenüber der WKStA Stellung bezog. Der Bericht zeigt, dass der damalige Wiener Oberstaatsanwaltschef Johann Fuchs im Juni 2019 in einer internen Nachricht erklärte, er sehe es als Aufgabe seiner Amtszeit, eine von der WKStA angeblich offengelegte „Verkommenheit“ im Berufsstand „mit allen Mitteln zu bekämpfen“. Er bezeichnete Pilnacek darin ausdrücklich als Mitstreiter. In dem Gutachten findet sich zudem Material, aus dem hervorgehen soll, wie die Korruptionsstaatsanwaltschaft aufgelöst und neu aufgesetzt werden könnte.

Die Auswertung des Laptops und mehrerer Speichermedien Pilnaceks, die in einem rund 440 Seiten starken Bericht zusammengefasst wurde, behandelt auch seine Kontakte in das Umfeld der ÖVP. Der frühere Sektionschef war von 2010 bis 2020 über alle wesentlichen Strafsachen der Republik informiert und konnte als weisungsbefugter Beamter Ermittlungsschritte mitsteuern oder Berichte anfordern. Laut dem Bericht kooperierte er in dieser Zeit eng mit ÖVP-nahen Personen und wirkte an der Verteidigung von Beschuldigten mit. Nach Bekanntwerden einer Audioaufnahme aus dem Sommer 2023, in der Pilnacek Interventionen von ÖVP-Seite beklagte, leitete die WKStA ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Täter ein; dieser Interventionsakt ist nun ebenfalls Gegenstand des U-Ausschusses.

Der Untersuchungsausschuss, der sich mit den Umständen von Pilnaceks Tod und dem Umgang der Behörden befasst, bekommt das WKStA-Dokument zeitlich passend zur nächsten Befragungsrunde vorgelegt. Zunächst soll ein IT-Experte der WKStA, der für das Auslesen von Datenträgern zuständig ist, Auskunft geben. In den darauffolgenden Tagen werden Exekutivbeamte befragt, darunter der Leiter des Bundeskriminalamts sowie zwei Polizeibeamte aus Niederösterreich, die unter anderem mit Pilnaceks Geisterfahrt Stunden vor dem Fund seiner Leiche in einem Donau-Seitenarm befasst waren. Politisch besonders im Fokus steht der Auftritt von Innenminister Gerhard Karner und dessen Kabinettschefin, nachdem eine vom Ressort in Auftrag gegebene Schulungsunterlage für geladene Auskunftspersonen parteiübergreifend – mit Ausnahme der ÖVP – auf Kritik gestoßen war.

Die Kombination aus internen Justizchats, detaillierter Datenauswertung und politischer Aufarbeitung im Parlament verschärft die Debatte über das Verhältnis zwischen Ministerien, Staatsanwaltschaften und Parteien. Während die WKStA ihre Auswertungsergebnisse in den U-Ausschuss einbringt, suchen Abgeordnete nach Antworten auf die Frage, ob und in welchem Ausmaß versucht wurde, auf Ermittlungen Einfluss zu nehmen – sowohl in prominenten Wirtschafts- und Korruptionsfällen als auch im Zusammenhang mit den Untersuchungen nach dem Tod eines der einflussreichsten Justizbeamten der vergangenen Jahre.