KI-Agenten: Ungenutztes Potenzial im Mittelstand, junge Entscheider vorn

24.09.2026

Eine neue YouGov-Studie zeigt: Während der Mittelstand insgesamt noch abwartet, nutzen wachstumsstarke KMU und jüngere Entscheider KI-Agenten bereits deutlich aktiver

MÜNCHEN, 24. September 2026 /PRNewswire/ -- KI-Agenten stehen im deutschen Mittelstand noch am Anfang. Dort, wo jüngere Entscheider und wachstumsstarke Unternehmen vorangehen, zeigt sich bereits das Potenzial der nächsten KI-Welle. Das ist das Ergebnis einer neuen YouGov-Studie im Auftrag von Alibaba.com und dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh).

Alibaba.com logo

Die Studie unter Eigentümern, Geschäftsinhabern und Entscheidern kleiner und mittlerer Unternehmen in Deutschland zeigt: Generative KI ist bereits in der Breite angekommen, fast zwei Drittel der befragten Unternehmen setzen entsprechende Tools zumindest gelegentlich ein. Agentic AI wird dagegen erst von rund einem Viertel (24 Prozent) der Befragten genutzt. Allerdings: Bei KMU mit zehn oder mehr Mitarbeitenden liegt der Anteil mit rund 45 Prozent bereits deutlich höher. Genau darin liegt die Chance: Wer KI-Agenten früh in operative Abläufe integriert, kann repetitive Aufgaben reduzieren, Entscheidungsprozesse beschleunigen und Teams spürbar entlasten. 

Entlastung im Alltag: Wo KI-Agenten den größten Unterschied machen  

Der konkrete Bedarf ist hoch: Auftragsabwicklung und Kundenservice werden von rund 40 Prozent der Befragten als zentrale Belastung genannt, fast ein Drittel (32 Prozent) verweist auf administrative Überlastung. Auch Innovationsdruck spielt für knapp 30 Prozent eine wichtige Rolle.  

Gleichzeitig sehen viele Unternehmen KI-Agenten als Hebel zur Entlastung: Rund ein Viertel (24 Prozent) nennt die Unterstützung des Teams als wichtigen Vorteil, knapp ein Fünftel (18 Prozent) erwartet konkrete Zeitersparnis in operativen Abläufen. Besonders relevant ist das Potenzial zur Reduktion von Routinearbeit: Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der KMU ab zehn Mitarbeitenden sieht die Möglichkeit, durch KI-Agenten zwischen zehn und über 30 Prozent operativer Routineaufgaben einzusparen. 

„Viele kleine und mittlere Unternehmen nutzen KI heute bereits, aber häufig noch punktuell. Die nächste Stufe besteht darin, KI-Agenten stärker in konkrete Geschäftsprozesse zu integrieren", sagt Patrick Sostmann, General Manager Alibaba.com Europe. „Gerade jüngere Entscheider zeigen, welches Potenzial darin steckt: KI-Agenten können Märkte analysieren, Produktchancen identifizieren, Lieferanten bewerten, Verhandlungen vorbereiten und operative Aufgaben entlang des Geschäftsalltags übernehmen. Mit Tools wie Accio entsteht für KMU die Möglichkeit, mit begrenzten Ressourcen schneller zu handeln, bessere Entscheidungen zu treffen und mehr Zeit für Wachstum freizusetzen." 

Die Studie zeigt zugleich, dass die Voraussetzungen für eine breitere Nutzung geschaffen werden müssen. Zu den wichtigsten Hürden zählen mangelndes Vertrauen in die Technologie, das rund ein Drittel (32 Prozent) der Befragten nennt, sowie ein noch nicht klar erkennbarer Business Case (31 Prozent). Hinzu kommen Datenschutz- und Compliance-Bedenken. Entscheidend wird daher sein, KI-Agenten nicht abstrakt zu erklären, sondern ihren Nutzen an konkreten Aufgaben sichtbar zu machen, von der Entlastung administrativer Prozesse über Daten- und Dokumentenarbeit bis hin zur Unterstützung bei komplexeren Geschäftsentscheidungen. 

„Vom Use-Case zur festen Infrastruktur: Während auf technischer Ebene die Anwendungsfälle und Kompetenzen von Mitarbeitenden zunehmen, werden organisatorisch in vielen Unternehmen gerade erst die Grundlagen geschaffen. Dazu gehören Governance-Strukturen und Qualitätssicherung, die das Vertrauen in KI weiter stärken. KI wird damit zu einem festen Produktionsfaktor: Wo vorher noch vereinzelt mit KI experimentiert wurde, wird zunehmend eigenmotiviert und in lösungsorientierten Handlungsspielräumen gearbeitet", erklärt Martin Groß-Albenhausen, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer beim bevh.

Junge Entscheider zeigen, wie schnell KI-Agenten produktiv werden können

Besonders deutlich wird das bei jüngeren Entscheidern: In der Gruppe der unter 35-Jährigen nutzt sogar bereits jeder Dritte (33 Prozent) Agentic AI. Gleichzeitig investiert in dieser Altersgruppe jeder Fünfte (22 Prozent) gezielt in KI-Weiterbildung und mehr als ein Viertel (28 Prozent) sieht ohne KI-Agenten mittelfristig Risiken für die eigene Wettbewerbsfähigkeit. Auch beim Vertrauen in KI-gestützte Ergebnisse liegen jüngere Entscheider klar vorn, etwa bei der Prüfung von Produktinformationen, Lieferantenangaben oder der Vorbereitung von Geschäftsdokumenten. Die Entwicklung ist damit weniger ein Hinweis auf Zurückhaltung im Mittelstand als vielmehr ein positives Signal: Eine neue Generation von Entscheidern zeigt, wie schnell KI-Agenten vom Experiment zum produktiven Werkzeug werden können.

Wachstumsstärkere KMU zeigen bereits, wohin sich der Markt entwickeln kann: Bei Unternehmen mit zehn oder mehr Mitarbeitenden nutzen bereits rund 45 Prozent Agentic AI. Mehr als jeder Fünfte Betrieb (21 Prozent) in dieser Gruppe setzt sie sogar regelmäßig ein. Auch die Investitionsbereitschaft ist höher: Rund 30 Prozent der KMU mit zehn oder mehr Mitarbeitenden wollen in den kommenden zwölf Monaten gezielt in KI-Agenten investieren, im Gesamtschnitt sind es 13 Prozent. Zusammen mit der höheren Offenheit jüngerer Entscheider ergibt sich daraus kein Defizit-Narrativ, sondern ein klares Chancenfenster: Wer jetzt Anwendungsfälle identifiziert, Vertrauen aufbaut und Mitarbeitende befähigt, kann KI-Agenten nutzen, um Produktivitätspotenziale schrittweise und praxisnah zu heben.

Accio ist die Plattform für Agentic AI von Alibaba.com für Unternehmen. Sie stellt ein vorkonfiguriertes Agentic Business Team bereit, das KMU entlang zentraler Geschäftsprozesse unterstützt, von der Markt- und Produktrecherche über Produktentwicklung und Lieferantenbewertung bis hin zu Verhandlungsvorbereitung, Bestellung und CRM. Im Unterschied zu klassischen generativen KI-Tools reagieren KI-Agenten nicht nur auf einzelne Prompts, sondern können mehrstufige Aufgaben ausführen und Unternehmen dabei helfen, wiederkehrende, zeitaufwändige Arbeitsschritte zu reduzieren.

Alibaba.com lädt Unternehmer aus Deutschland und ganz Europa ein, diese technologischen Möglichkeiten durch den CoCreate Pitch Europe in die Praxis umzusetzen. Der Startup-Wettbewerb unterstützt kleine Unternehmen dabei, den nächsten Schritt in der KI-Nutzung zu gehen. In diesem Jahr werden alle Bewerbungen über Accio eingereicht, von der Marktforschung über Produktideen bis hin zur Bewertung geschäftlicher Chancen. Die europäischen Finalrunden finden am 19. und 20. November in London statt. Weitere Informationen finden Sie auf der Event-Seite zum CoCreate Pitch.

Hinweise für die Redaktion

Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov-Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum zwischen dem 8. und 15. September 2026 insgesamt 438 Eigentümer, Geschäftsinhaber sowie Entscheider aus den Bereichen E-Commerce/Internet Services und Beschaffung/Einkauf in Deutschland befragt. Prozentangaben wurden redaktionell gerundet.

Über YouGov

YouGov ist ein internationales Unternehmen für Online-Marktforschung und Analysetechnologie. Mit mehr als 30 Millionen registrierten Panel-Mitgliedern weltweit liefert YouGov datenbasierte Einblicke in Einstellungen, Meinungen und Verhaltensweisen von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Unternehmen, Medien und Agenturen nutzen die Erkenntnisse von YouGov, um fundierte Entscheidungen zu treffen und ihre Strategien zu optimieren.

Weitere Informationen unter www.yougov.com/de-de

Über bevh

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) ist die Branchenvereinigung Online- und Versandhändler. Dem bevh gehören mehr als 500 Unternehmen an. Damit repräsentiert der Verband sowohl die kleinen als auch die großen Player und rund 80 Prozent des Umsatzes der Branche im B2C-Geschäft. Der bevh vertritt die Brancheninteressen gegenüber Gesetzgeber sowie Institutionen aus Politik und Wirtschaft. Darüber hinaus gehören Informationen für die Mitglieder über aktuelle Entwicklungen und Trends, die Organisation des gegenseitigen Erfahrungsaustausches und eine fachliche Beratung zu den Aufgaben des bevh.

Über Alibaba.com

Alibaba.com wurde 1999 gegründet und ist die führende Plattform für den globalen Business-to-Business (B2B)-E-Commerce, die Einkäufer und Lieferanten aus über 200 Ländern und Regionen weltweit bedient. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen an, die verschiedene Aspekte des Handels abdecken. Dazu gehören Tools, die Unternehmen dabei helfen, ein globales Publikum für ihre Produkte zu erreichen, sowie Lösungen, die Einkäufer dabei unterstützen, Produkte zu entdecken, Lieferanten zu finden und Bestellungen schnell und effizient online aufzugeben. Alibaba.com ist Teil der Alibaba International Digital Commerce Group (Alibaba International).

Über Accio

Accio ist der Plug-and-Play-KI-Agent für Unternehmen von Alibaba.com, der entwickelt wurde, um die operativen Anforderungen von KMU weltweit zu unterstützen. Er setzt spezialisierte Agenten ein, um komplexe Aufgaben – vom Produktdesign über die Beschaffung bis hin zu Verhandlungen und CRM – in einer einzigen, kontinuierlichen Konversation zu erledigen.

Cision View original content to download multimedia:https://www.prnewswire.com/de/pressemitteilungen/ki-agenten-ungenutztes-potenzial-im-mittelstand-junge-entscheider-vorn-302889316.html

Other news

Kunasek lobt ÖVP-Koalition, Kickl attackiert SPÖ beim FPÖ-Frühschoppen in Hartberg

08.10.2026

Die steirische FPÖ hat ihren traditionellen Frühschoppen beim Hartberger Oktoberfest erneut für eine machtbewusste politische Inszenierung genutzt. Vor rund 3.500 Besucherinnen und Besuchern im vollen Festzelt trat zuerst die Landesführung um Landeshauptmann Mario Kunasek auf, ehe Bundesparteichef Herbert Kickl als Hauptredner die Bühne übernahm. Begleitet von österreichischen Fahnen, „Herbert“-Sprechchören und Schlagern wie Tina Turners „The Best“ präsentierten sich die Freiheitlichen als geschlossene Kraft mit bundespolitischem Anspruch.

Kunasek, der sich nach zuletzt guten Umfragewerten demonstrativ gelöst gab, lobte die Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner ÖVP in der Steiermark. Man streite nicht, sondern es gebe „Arbeit, Arbeit, Arbeit und es funktioniert“, sagte der Landeshauptmann und verwies darauf, dass die „heilige Ordnung“ nach der Landtagswahl 2024 nicht mehr gegolten habe. Zugleich zeichnete er ein scharfes Bild in der Migrations- und Integrationspolitik, warnte vor einer Gefahr durch den „politischen Islam“ und erklärte, für Menschen, die mit „unseren Werten“ ein Problem hätten, müsse es heißen: „Ab, gute Reise.“ Sein Ziel formulierte er klar: Man könne nicht nur den Landeshauptmann stellen, sondern „Österreich auf Vordermann bringen“.

Kickl knüpfte an diese Steilvorlage an und nutzte den Auftritt, um sowohl die eigene Anhängerschaft zu mobilisieren als auch die Konkurrenz frontal anzugreifen. Die „wirkliche Volkspartei“ sei im Zelt versammelt, erklärte er und spielte sich gleichzeitig als von Gegnern unterschätzter, aber entschlossener Politiker in Szene. Er verwies darauf, dass er vielfach als „gefährlichster Politiker“ bezeichnet werde, stellte jedoch klar, gefährlich sei er aus seiner Sicht nicht für „meine Landsleute“, sondern für jene, „die unseren Wohlstand verludern und unsere Heimat stehlen“. Inhaltlich bekräftigte er dabei einmal mehr den Begriff „Remigration“ als eine seiner Visionen für ein künftiges Österreich.

Breiten Raum nahm in Kickls Rede die aktuelle Krise der SPÖ ein, die er als Chance für seine Partei deutete. Die Sozialdemokratie bezeichnete er polemisch als „Selbsthilfegruppe namens Soziademokratie“ und kommentierte die Diskussion um die Nachfolge von Bundesparteichef Andreas Babler mit der Ansage „game over, das Spiel ist vorbei“. Innerhalb der SPÖ würden „Kommunisten mit Kapitalisten streiten, wer die besseren Sozialisten sind“, sagte Kickl mit Blick auf innerparteiliche Flügelkonflikte und Ambitionen potenzieller Kandidaten. Für die kommende Nationalratswahl, die er als „Schicksalswahl“ charakterisierte, gab er sich siegessicher: Wenn sich die Freiheitlichen nicht „auseinanderdividieren lassen“, werde am Ende ein „Volkskanzler“ stehen. Neuwahlen könnten seiner Einschätzung nach „jederzeit daherkommen“, die steirische FPÖ um Kunasek präsentierte er als Vorbild für die Partei in anderen Bundesländern.