Gemäß einer Studie von Sopra Steria könnte agentenbasierte KI innerhalb von zehn Jahren E-Commerce-Transaktionen im Wert von 310 Milliarden Euro in Europa unterstützen

11.06.2026

PARIS, 10. Juni 2026 /PRNewswire/ -- Sopra Steria veröffentlicht die erste europäische Studie zum Thema „Agentic Commerce", die auf einer exklusiven Umfrage unter 8.400 Verbrauchern in acht Ländern beruht. Der potenzielle europäische Markt hat ein Volumen von mehr als 310 Milliarden Euro – und der Wettlauf wird nicht allein durch Technologie entschieden, sondern durch Vertrauen: 41 % der Europäer vertrauen noch keinem einzelnen Anbieter, wenn es darum geht, ihnen einen Einkaufsassistenten zur Verfügung zu stellen. In diesem weitläufigen Umfeld gelten Banken nach Meinung der Verbraucher als die vertrauenswürdigsten Anbieter.

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Kennzahlen:

  • 74 % der europäischen Verbraucher haben beim Online-Einkauf nach wie vor Probleme.
  • 55 % der Europäer haben bereits von Agentenhandel gehört.
  • 45 % würden den Kauf von Elektronik- und Technikartikeln einem KI-Agenten überlassen, im Vergleich zu nur 16 % bei Gesundheitsprodukten und Lebensmitteln.
  • 27 % halten Banken für die geeignetsten Akteure zur Entwicklung von Einkaufsagenten.

Ein Europa mit zwei unterschiedlichen Geschwindigkeiten, angeführt vom Norden

Das Bewusstsein für den Agentenhandel ist in ganz Europa bereits recht ausgeprägt, auch wenn es von Land zu Land erhebliche Unterschiede gibt. Mehr als die Hälfte der Europäer (55 %) gibt an, von dem Konzept gehört zu haben, wobei 13 % behaupten, es gut zu kennen. Nordeuropa gibt den Ton an: Der Bekanntheitsgrad liegt in Norwegen bei 76 % und in den Niederlanden bei 68 %, verglichen mit 61 % in Deutschland und 58 % in Großbritannien. Mehrere Märkte in Südeuropa sowie Frankreich (38 %) und Belgien (44 %) liegen weiterhin deutlich zurück.

Online-Shopping hat sich mittlerweile auf dem gesamten Kontinent fest etabliert – nur 2 % der europäischen Befragten geben an, niemals online einzukaufen –, wobei die Häufigkeit variiert: 36 % der Deutschen kaufen mindestens einmal wöchentlich online ein, gegenüber 19 % der französischen Verbraucher. In reiferen Märkten dürften sich KI-gestützte Innovationen schneller durchsetzen, da sie auf bereits fest verankerten Gewohnheiten aufbauen.

KI ist als Entscheidungshilfe attraktiv – doch die Europäer zögern noch, die Verantwortung aus der Hand zu geben

Für europäische Verbraucher wird KI in erster Linie als Hilfsmittel angesehen, das sie dabei unterstützt, bessere Entscheidungen zu treffen: 31 % möchten, dass sie ihnen hilft, klügere Entscheidungen zu treffen, 23 % wollen Zeit sparen und 22 % möchten ihre Ausgaben im Griff behalten. Diese Erwartung ist besonders stark ausgeprägt in Frankreich und Italien, wo KI in erster Linie als Mittel zur Erzielung besserer Kompromisse angesehen wird; in Deutschland wird sie hingegen stärker mit Effizienz und Schnelligkeit in Verbindung gebracht. Gut jeder fünfte Europäer (21 %) sieht jedoch noch keinen konkreten Nutzen.

Bereitschaft, Aufgaben zu delegieren […]

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Purpurfarbene Busse statt Züge: Deutsche Bahn modernisiert Ostbayerns zentrale Magistrale

15.06.2026

Auf einer der wichtigsten Bahnachsen Ostbayerns ruht für ein halbes Jahr der reguläre Zugverkehr. Die DB InfraGO hat die Korridorsanierung der Strecke Obertraubling–Passau gestartet und die Verbindung weitgehend voll gesperrt. Von diesem Sonntag an bis zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember wird die Infrastruktur auf rund 120 Kilometern umfassend erneuert. Das Investitionsvolumen liegt nach Bahnangaben bei rund 1,3 Milliarden Euro inklusive Risikopuffer.

Die Arbeiten schließen unmittelbar an die seit Anfang Februar laufende Generalsanierung der stark befahrenen Strecke Nürnberg–Regensburg an, die bis 10. Juli abgeschlossen sein soll. Auf dem Abschnitt bis Passau erneuert die Bahn Gleise, mehr als 140 Weichen und etwa 90 Kilometer Oberleitungen. Mehrere Stellwerke werden ersetzt oder instand gesetzt, veraltete Relais‑Technik weicht moderner Elektronik. Hinzu kommen eine Eisenbahnüberführung und fünf Personenunterführungen; im Bereich Osterhofen muss an einer Moorstelle nahe der Donau der Untergrund aufwendig verfestigt werden. Acht Bahnhöfe werden modernisiert und mit höheren Bahnsteigen schrittweise barrierefrei ausgebaut – Arbeiten, die bis ins Frühjahr 2027 hineinreichen.

Für Reisende hat die Sanierung gravierende Folgen. Im Nahverkehr richtet die Bahn zusammen mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft ein dichtes Netz an Schienenersatzverkehr ein. Rund 90 Busse sind auf sechs Linien unterwegs; sie und die Wegweiser sind in auffälligem Purpur gestaltet, um die Orientierung zu erleichtern. Im Fernverkehr entfallen die Züge zwischen Nürnberg beziehungsweise Regensburg und Passau sowie weiter nach Wien komplett. Fahrgäste Richtung Österreich werden auf Verbindungen über München verwiesen, zusätzliche Züge über Mühldorf und Salzburg sowie ein Ersatzbusangebot für Passauer Fernreisende sollen die Auswirkungen abfedern.

Aus der Politik kommt grundsätzliche Unterstützung, zugleich aber auch der Hinweis auf die Belastungen für Region und Wirtschaft. Der Parlamentarische Staatssekretär Ulrich Lange betonte, wer eine leistungsfähige, verlässliche Bahn wolle, müsse jetzt entschlossen modernisieren; am Ende profitierten Fahrgäste und Wirtschaftsstandort. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter sprach mit Blick auf den kurzen Abstand zur Baustelle Nürnberg–Regensburg von einer zweiten großen Belastung binnen kürzester Zeit für Fahrgäste und Unternehmen in Ostbayern. Für die Bahn ist der Korridor zwischen Regensburg und Passau zugleich Testfeld für die Strategie, ganze Streckenabschnitte in gebündelten Sperrpausen grundlegend zu erneuern, um langfristig die Pünktlichkeit zu verbessern.