An einem regnerischen Dienstagmorgen in Paris würde ein Autofahrer, der an einer roten Ampel auf dem Boulevard Haussmann wartet, das Markenzeichen des neben ihm stehenden SUV vielleicht nicht sofort erkennen. Tausende Kilometer entfernt könnte ein Autofahrer in Kalifornien einen ähnlichen Moment erleben, wenn er dasselbe Markenzeichen auf einer amerikanischen Straße sieht. Es ist weder deutsch noch einer der bekannten asiatischen Namen, die in etablierten Automobilmärkten allgegenwärtig sind. Es gehört zu VinFast , einer vietnamesischen Automobilmarke, die in Europa und Nordamerika stetig an Präsenz gewinnt und deren globale Entwicklung die viel größere Geschichte des Mutterkonzerns Vingroup widerspiegelt.
PARIS, 10. September 2026 /PRNewswire/ -- Diese Erfolgsgeschichte erreichte dieses Jahr einen neuen Meilenstein. Vingroup belegt Platz 340 im TIME-Ranking der „World's Best Companies 2026", das in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsunternehmen Statista erstellt wurde. Damit zählt das Unternehmen zu den 350 besten der Welt und verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr um fast 500 Plätze. Vingroup ist das einzige vietnamesische Unternehmen, das zwei Jahre in Folge in der Liste vertreten ist.
Ein Ranking, das auf mehr als nur Wachstum basiert
TIME und Statista bewerten Unternehmen nicht allein nach ihrer Größe. Ihre Methodik berücksichtigt drei Dimensionen: Umsatzwachstum, Mitarbeiterzufriedenheit und Nachhaltigkeitstransparenz. Vingroup erreichte eine Gesamtpunktzahl von 81 von 100 und verbesserte sich damit weltweit von Platz 817 auf Platz 340.
Die Umsatzzahlen, die dieser Bewertung zugrunde liegen, sind beachtlich. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Vingroup einen konsolidierten Nettoumsatz von 222,9 Billionen VND, ein Plus von 72 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Gewinn nach Steuern erreichte 20,904 Billionen VND und übertraf damit den Wert des gleichen Zeitraums im Jahr 2025 um mehr als das Viereinhalbfache. Dieses Wachstum wurde maßgeblich von den Geschäftsbereichen Industrieproduktion und Immobilien getragen, was Vingroup in der Umsatzbewertung die Bestnote „Hervorragend" einbrachte.
Die Mitarbeiterzufriedenheit zeichnete ein ähnliches Bild der positiven Entwicklung. Vingroup verbesserte sich weltweit um 496 Plätze auf Rang 398 und beschäftigt mittlerweile rund 400.000 Mitarbeiter in 12 Ländern.
Im Bereich Nachhaltigkeit leistete die Gruppe ihren Beitrag durch eine andere Art von Infrastruktur – Projekte zur grünen Transformation, Stadtentwicklung und langfristige Investitionen in die Systeme, die eine lebenswerte Stadt ermöglichen – anstatt sich auf die Bilanz eines einzelnen Quartals zu konzentrieren. Vinhomes, die Immobiliensparte der Gruppe, hat diesen Ansatz mit ihrem ESG++-Modell weiterentwickelt und die drei Säulen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung um die Bereiche Regeneration und Resilienz ergänzt. Dieses Modell wird auf Stadtentwicklungsprojekte mit einer Fläche von Tausenden von Hektar angewendet.
Zwei neue Geschäftsbereiche ergänzen dieses Bild im Jahr 2025: Infrastruktur durch VinSpeeds Hochgeschwindigkeitsbahnprojekte, die Ho-Chi-Minh-Stadt mit Can Gio und Hanoi mit Quang Ninh verbinden, und grüne Energie durch VinEnergos Projekte in mehreren Provinzen. Gemeinsam stellen sie den Versuch dar, nicht nur einzelne Unternehmen aufzubauen, sondern das verbindende Element – Schiene, Energie und Mobilität – zu schaffen, auf dem eine moderne, kohlenstoffarme Wirtschaft beruht.
Den Übergang zur Elektromobilität zugänglicher machen
Innerhalb dieses umfassenderen Ökosystems verkörpert VinFast eines der deutlichsten Beispiele für die globalen Ambitionen der Vingroup. Die Expansion des Unternehmens in Asien, Nordamerika und Europa trägt die Vision des Konzerns für eine grünere Zukunft einem zunehmend internationalen Publikum näher und positioniert gleichzeitig eine vietnamesische Automobilmarke im direkten Wettbewerb auf einigen der etabliertesten Märkte der Welt.
Für Kunden, die eine neue Automobilmarke in Betracht ziehen, ist jedoch die globale Vision von entscheidender Bedeutung. Dies ist nur der Ausgangspunkt. Die wichtigere Frage ist, ob ein neuer Marktteilnehmer das nötige Vertrauen gewinnen kann, um Teil des Alltags zu werden.
Eine Studie des McKinsey Center for Future Mobility bietet eine aufschlussreiche, wenn auch zunächst überraschende Perspektive. McKinsey befragte Tausende europäische Autokäufer und fand heraus, dass Europäer, die offen für einen asiatischen Markteintritt sind, mit einer Wahrscheinlichkeit von 53 Prozent zu einer anderen Marke wechseln, wenn sie auf ein Elektrofahrzeug umsteigen – in Großbritannien liegt dieser Wert sogar bei 63 Prozent. Markentreue erweist sich im Zeitalter der Elektromobilität also als deutlich flexibler als im Zeitalter des Verbrennungsmotors.
Dieser Wandel eröffnet neuen Elektroauto-Marken Chancen. Doch um Kunden zu gewinnen, braucht es mehr als ein wettbewerbsfähiges Fahrzeug. Es gilt, Elektromobilität zugänglich zu machen und gleichzeitig die Vertriebs-, Service- und Besitzinfrastruktur aufzubauen, die Kunden während der gesamten Nutzungsdauer Vertrauen gibt.
Mit einem zunehmend vielfältigen und zugänglichen Produktportfolio bleibt VinFast seiner Mission treu, Elektrofahrzeuge für alle zugänglicher zu machen und den Kunden den Übergang zu umweltfreundlicher Mobilität mit mehr Leichtigkeit und Zuversicht zu ermöglichen.
In Europa baut das Unternehmen seine Präsenz mit Produkten aus, die auf die lokalen Prioritäten Effizienz, Design und Zugänglichkeit ausgerichtet sind, darunter die Modelle VF 6 und VF 8, während Elektrobusse wie der EB 8 und der vollständig europäisch zertifizierte EB 12 seinen Beitrag zum Übergang der Region hin zu einem umweltfreundlicheren Verkehr weiter ausbauen.
In ganz Nordamerika dieselbe Vision Unterstützt wird dies durch den Ausbau des Vertriebs- und Servicenetzes von VinFast und die Weiterentwicklung des Programms für zertifizierte Gebrauchtwagen (Certified Pre-Owned, CPO). Gemeinsam zielen diese Initiativen darauf ab, ein umfassenderes Ökosystem rund um den Kunden zu schaffen, das über das Fahrzeug selbst hinaus auch die Dienstleistungen und den Support umfasst, die das Besitzerlebnis prägen.
Vingroup war das erste vietnamesische Unternehmen, das sich für die Liste der weltbesten Unternehmen des TIME-Magazins im Jahr 2025 qualifizierte, während VinFast unter den 100 einflussreichsten Unternehmen des TIME-Magazins und den besten Unternehmen im asiatisch-pazifischen Raum im Jahr 2025 Anerkennung fand. Diese Meilensteine spiegeln die wachsende internationale Anerkennung der Ambitionen, Fähigkeiten und der expandierenden globalen Reichweite von Vingroup und VinFast wider.
Die jüngste Auszeichnung von TIME für Vingroup erfolgt daher zu einem Zeitpunkt, an dem die globale Reichweite des Unternehmens immer deutlicher sichtbar wird. Für VinFast erstrecken sich Herausforderung und Chance nun über mehrere Kontinente – von europäischen Städten, wo das neue Logo allmählich bekannter wird, bis hin zu nordamerikanischen Straßen, wo das Unternehmen seine Präsenz und sein Kundennetzwerk ausbaut.
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Im Insolvenzkomplex rund um den einstigen Signa-Konzern steht Firmengründer René Benko vor einem weiteren Strafverfahren. Die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat beim Landesgericht Innsbruck erneut Anklage wegen schweren Betrugs und Schädigung von Gläubigerinteressen (betrügerischer Krida) eingebracht. Der 49‑jährige Investor befindet sich seit Januar 2025 in Untersuchungshaft. Die neue Anklage ist nicht rechtskräftig, es gilt die Unschuldsvermutung, Benko bestreitet sämtliche Vorwürfe.
Kern des aktuellen Verfahrens ist eine Garantieerklärung gegenüber einem Investor beziehungsweise den Vertretern einer Privatstiftung, hinter der nach Medienangaben der frühere Strabag‑Chef Hans-Peter Haselsteiner stehen dürfte. Nach Darstellung der WKStA soll Benko eine „wahrheitswidrige Garantie“ abgegeben und die Stiftung dadurch um rund fünf Millionen Euro geschädigt haben. Konkret sollen die vertretungsbefugten Organe der Stiftung durch die Erklärung dazu veranlasst worden sein, etwa 3,3 Millionen Euro an die Signa Holding zu überweisen und auf die Rückforderung weiterer rund 1,7 Millionen Euro zu verzichten.
Der Garantie zufolge sei der Privatstiftung eine Zahlung von in Summe rund fünf Millionen Euro bis spätestens 30. Juni 2024 zugesichert worden. Diese Rückzahlung sei jedoch ausgeblieben, so die Anklagebehörde. Dadurch soll die Stiftung in Millionenhöhe geschädigt und im Gegenzug die Signa Holding sowie eine weitere Gesellschaft unrechtmäßig bereichert worden sein. Neben dieser angeblichen Falschgarantie wirft die WKStA Benko vor, im Zuge der Signa-Insolvenz sowie seiner persönlichen Insolvenz ein Jagdgewehr im Wert von rund 80.000 Euro vor den Gläubigern verborgen zu haben und damit deren Befriedigung vereitelt zu haben.
Benko war über zwei Jahrzehnte eine der prominentesten Unternehmerfiguren im deutschsprachigen Raum. Mit einem dicht verschachtelten Geflecht aus Immobilien- und Handelsbeteiligungen baute er das Signa-Imperium auf, zu dem zeitweise auch die deutschen Warenhausketten Karstadt und Kaufhof gehörten. Steigende Zinsen, höhere Baukosten und aggressive Zukäufe trugen letztlich zur Insolvenz des Konzerns bei. Im weitläufigen Signa-Komplex wird der ehemalige Milliardär von der WKStA unter anderem wegen Betrugs, Untreue und Bankrotts verdächtigt; weitere Anklagen hält die Behörde für möglich.
Der Investor ist bereits in zwei ähnlichen Verfahren verurteilt worden, beide Urteile sind jedoch noch nicht rechtskräftig. Im Oktober 2025 verhängte ein Gericht eine zweijährige Haftstrafe, im Dezember desselben Jahres folgte wegen Schädigung von Gläubigern eine weitere Verurteilung zu 15 Monaten auf Bewährung sowie eine Geldstrafe. Parallel dazu laufen mehrere Ermittlungsstränge, die auch andere frühere Führungskräfte aus dem Signa-Umfeld betreffen. Die jetzige Anklage erhöht den juristischen Druck auf Benko weiter und dürfte die Aufarbeitung einer der spektakulärsten Unternehmenspleiten im deutschsprachigen Raum zusätzlich in die Länge ziehen.