Der Shanghai International Film & TV Market verzeichnet eine rekordverdächtige Beteiligung aus aller Welt

25.06.2026

SHANGHAI, 25. Juni 2026 /PRNewswire/ -- Der Shanghai International Film & TV Market, der gemeinsam vom 28. Shanghai International Film Festival und dem 31. Shanghai TV Festival veranstaltet wurde, ging am 24. Juni im Shanghai Exhibition Center zu Ende. Der integrierte Markt brachte Fachleute aus den Bereichen Film, Fernsehen und audiovisuelle Online-Medien zusammen, um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und den Austausch zwischen den Branchen in den Bereichen Spielfilme, Dramaserien, Mikrodramen, Dokumentarfilme, Animationsfilme und audiovisuelle Technologien voranzutreiben.

Die internationale Beteiligung erreichte in diesem Jahr einen neuen Höchststand. Der Markt zog rund 200 Aussteller an, darunter 75 ausländische Aussteller aus 15 Ländern und Regionen, was einem Anstieg von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Offizielle Delegationen aus Ländern wie Brasilien, Russland, Südkorea und Spanien betrieben eigene Stände, während Institutionen aus Ländern wie Jordanien, Kasachstan, Georgien und Kroatien ihre Branchenpolitik und Kooperationsmöglichkeiten vorstellten. Die jordanische Royal Film Commission trat während des Marktes zudem der „Belt and Road Film Festival Alliance" bei und erweiterte damit das Netzwerk auf 51 Länder und 58 institutionelle Mitglieder. Verifizierte Einkäufer kamen aus sechs großen Regionen weltweit und umfassten große Medienkonzerne, öffentlich-rechtliche Sender und regionale Streaming-Plattformen.

Das TV-Festival legte gleichermaßen Wert auf aufstrebende audiovisuelle Online-Formate. Im Rahmen des erstmals stattfindenden Youth Creation Day fanden Workshops zur Erstellung von AIGC-Inhalten und zur Entwicklung von Mikrodramen statt, während in speziellen Foren Wege zu hochwertigen Mikrodramen im Zeitalter der KI erörtert wurden. Das Festival hob zudem Shanghais Bemühungen hervor, die Entwicklung und internationale Expansion der Mikrodrama-Branche zu unterstützen.

Digitale Verbesserungen steigerten die Effizienz bei der Vermittlung von Geschäftskontakten. Ein neu eingeführtes Online-System zur Terminvereinbarung ermöglichte es Ausstellern und Einkäufern, Einzelgespräche im Voraus zu vereinbaren; kurz nach der Einführung gingen fast 300 grenzüberschreitende Terminanfragen ein.

Eine breite Palette von Branchenveranstaltungen konzentrierte sich auf aufkommende Technologien und neue Geschäftsmodelle in der Film- und Fernsehbranche. Das Technologieforum AI BACKLOT befasste sich mit grenzüberschreitenden Koproduktionen, Arbeitsabläufen in der virtuellen Produktion und KI-gestützter visueller Gestaltung. Der Pavillon zur Förderung chinesischer Serien im Ausland stieß auf großes Interesse an chinesischen Kurzform-Inhalten, wobei Plattformen aus Südostasien, Indien und Europa Lizenz- und Vertriebsmöglichkeiten ausloteten. Ein Workshop zu globalen Trends am 21. Juni brachte Produzenten aus Großbritannien, Indien und Malaysia zusammen, um die Nachfrage im Ausland nach chinesischen Mikroserien und aufkommenden KI-gesteuerten Produktionsmodellen zu erörtern.

Chen Guo, Geschäftsführer des Shanghai International Film & TV Events Center, erklärte, der Markt sei darauf ausgelegt, eine „wechselseitige Stärkung" zu schaffen, indem er chinesischen Inhalten und jungen Kreativen internationale Plattformen biete und gleichzeitig breitere Kanäle für globale Zusammenarbeit und den Austausch von Ressourcen eröffne.

Als Chinas einziges von der FIAPF akkreditiertes Filmfestival der A-Liste erhielt das SIFF in diesem Jahr eine Rekordzahl von 4.100 Einreichungen aus 125 Ländern und Regionen, wobei 82 Prozent Weltpremieren waren. Dies unterstreicht den wachsenden internationalen Einfluss des Festivals und die Rolle Shanghais als Drehscheibe für die globale Zusammenarbeit in der Film- und Fernsehbranche.

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Weitere Betrugsvorwürfe gegen René Benko im Signa-Komplex

15.06.2026

Im Insolvenzkomplex rund um den einstigen Signa-Konzern steht Firmengründer René Benko vor einem weiteren Strafverfahren. Die österreichische Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat beim Landesgericht Innsbruck erneut Anklage wegen schweren Betrugs und Schädigung von Gläubigerinteressen (betrügerischer Krida) eingebracht. Der 49‑jährige Investor befindet sich seit Januar 2025 in Untersuchungshaft. Die neue Anklage ist nicht rechtskräftig, es gilt die Unschuldsvermutung, Benko bestreitet sämtliche Vorwürfe.

Kern des aktuellen Verfahrens ist eine Garantieerklärung gegenüber einem Investor beziehungsweise den Vertretern einer Privatstiftung, hinter der nach Medienangaben der frühere Strabag‑Chef Hans-Peter Haselsteiner stehen dürfte. Nach Darstellung der WKStA soll Benko eine „wahrheitswidrige Garantie“ abgegeben und die Stiftung dadurch um rund fünf Millionen Euro geschädigt haben. Konkret sollen die vertretungsbefugten Organe der Stiftung durch die Erklärung dazu veranlasst worden sein, etwa 3,3 Millionen Euro an die Signa Holding zu überweisen und auf die Rückforderung weiterer rund 1,7 Millionen Euro zu verzichten.

Der Garantie zufolge sei der Privatstiftung eine Zahlung von in Summe rund fünf Millionen Euro bis spätestens 30. Juni 2024 zugesichert worden. Diese Rückzahlung sei jedoch ausgeblieben, so die Anklagebehörde. Dadurch soll die Stiftung in Millionenhöhe geschädigt und im Gegenzug die Signa Holding sowie eine weitere Gesellschaft unrechtmäßig bereichert worden sein. Neben dieser angeblichen Falschgarantie wirft die WKStA Benko vor, im Zuge der Signa-Insolvenz sowie seiner persönlichen Insolvenz ein Jagdgewehr im Wert von rund 80.000 Euro vor den Gläubigern verborgen zu haben und damit deren Befriedigung vereitelt zu haben.

Benko war über zwei Jahrzehnte eine der prominentesten Unternehmerfiguren im deutschsprachigen Raum. Mit einem dicht verschachtelten Geflecht aus Immobilien- und Handelsbeteiligungen baute er das Signa-Imperium auf, zu dem zeitweise auch die deutschen Warenhausketten Karstadt und Kaufhof gehörten. Steigende Zinsen, höhere Baukosten und aggressive Zukäufe trugen letztlich zur Insolvenz des Konzerns bei. Im weitläufigen Signa-Komplex wird der ehemalige Milliardär von der WKStA unter anderem wegen Betrugs, Untreue und Bankrotts verdächtigt; weitere Anklagen hält die Behörde für möglich.

Der Investor ist bereits in zwei ähnlichen Verfahren verurteilt worden, beide Urteile sind jedoch noch nicht rechtskräftig. Im Oktober 2025 verhängte ein Gericht eine zweijährige Haftstrafe, im Dezember desselben Jahres folgte wegen Schädigung von Gläubigern eine weitere Verurteilung zu 15 Monaten auf Bewährung sowie eine Geldstrafe. Parallel dazu laufen mehrere Ermittlungsstränge, die auch andere frühere Führungskräfte aus dem Signa-Umfeld betreffen. Die jetzige Anklage erhöht den juristischen Druck auf Benko weiter und dürfte die Aufarbeitung einer der spektakulärsten Unternehmenspleiten im deutschsprachigen Raum zusätzlich in die Länge ziehen.